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Heilberuf? Ja!

15.01.2013
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Das Jahr 2013 wird ein gutes! Wir Apothekerinnen und Apotheker haben stabile ordnungspolitische Rahmenbedingungen, sodass wir als freier Heilberuf unseren staatlichen Auftrag – die ordnungsgemäße Arzneimittelversorgung der Bevölkerung – erfüllen können. Die Apothekenbetriebsordnung legt uns neue, anstrengende und kostenträchtige Pflichten auf, stärkt uns aber in unserer Funktion. Eine Reihe höchstrichterlicher Entscheidungen hat unternehmerischen Ideen, die das Apothekenwesen im Sinne von Shareholder-Value attraktiver gestalten sollten, Absagen erteilt. Wir werden nicht Kollegen folgen, die mit Happy Hours oder Boni für verschreibungspflichtige Arzneimittel am Rande heilberuflich-ethischer Grundsätze oder sogar außerhalb der Legalität agieren.

 

Wir helfen Menschen, den bestmöglichen Gesundheitszustand zu erlangen. Dies tun wir nicht, indem wir Arzneimittel feilbieten. Wir bieten unseren Patienten in persönlicher Leistung mit dem Werkzeug Arzneimittel Problemlösungen für ihre individuellen Nöte. Umfragen belegen, dass diese uns und unsere Arbeit schätzen. Darauf dürfen wir stolz sein. Wir müssen selbstbewusst unseren Versorgungsauftrag umsetzen und weiterentwickeln – in beruflicher Selbstverwaltung, heilberuflich kompetent und patientenorientiert. Dies schafft für uns Zufriedenheit mit unserem Beruf. Es macht auch die Patienten zufrieden. Es ist für mich kein Widerspruch, dass wir unseren heilberuflichen Auftrag in dem Gewerbebetrieb Apotheke erfüllen. Die Versorgungspflicht steht jedoch vor dem kaufmännischen Gewinnstreben. Es ist aber legitim, dass wir für die Erbringung unserer besonderen Leistungen in unserem Gewerbebetrieb Apotheke eine adäquate wirtschaftliche Gegenleistung erhalten. Dies ist unsere Forderung.

 

Eine zarte Trendwende ist bei der Aushöhlung der wirtschaftlichen Basis der selbstständigen Kollegen zu erkennen. Uns sind 120 Millionen Euro zur Stärkung der Nacht- und Notdienstsituation fest zugesagt. Gerade die Kollegen in der Fläche müssen überproportional viele Dienste leisten. Sie brauchen das Geld. Die Regierung ist gut beraten, dieses Versprechen zu halten. Die Bundesapothekerkammer (BAK) wird allein und gemeinsam mit der ADBA und dem Deutschen Apothekerverband und mit allen Kollegen daran erinnern – wenn nötig auch sehr deutlich. Für ein »Schwarzer-Peter-Spiel« ist uns das Thema der qualitäts­gesicherten flächendeckenden Arzneimittelversorgung zu wichtig.

 

Unsere Tätigkeit ist geprägt durch Kompetenz, Verantwortung und Empathie für die Patienten. Daran müssen wir ständig arbeiten. Eine gute Gelegenheit ist der Pharmacon-Kongress vom 3. bis 8. Februar in Davos mit einem spannenden Vortragsprogramm zu Infektionskrankheiten. Ich freue mich, Sie in Davos begrüßen zu dürfen.

Dr. Andreas Kiefer

Präsident der Bundesapothekerkammer

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