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Gesundheitsinformationen

Gröhe plant Internetportal

10.01.2017  16:22 Uhr

Von Anna Pannen / Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe (CDU) will ein zentrales deutsches Onlineportal zu Gesundheits­informationen schaffen. Das schreibt der Politiker in einem Gastbeitrag in der Frankfurter Allgemeinen Zeitung (FAZ).

Wer Informationen zu einer Krankheit im Internet sucht, stößt dabei nicht immer auf verlässliche Ergebnisse. Zu viele schwarze Schafe tummeln sich in diversen Onlineforen. Äußerlich seriös wirkende Internetseiten sind voll von Behauptungen, die keinen wissenschaftlichen Hintergrund haben. Die suchenden Patienten werden verunsichert oder sogar zum Kauf von dubiosen Produkten verleitet.

 

Dagegen will Bundesgesundheitsminister Hermann Gröhe nun angehen. Jeder zweite Bürger suche heute im Internet nach Informationen zu Gesundheitsthemen, schreibt der Politiker in einem Gastbeitrag in der FAZ. Diese seien jedoch nicht immer von guter Qualität.

 

Um das zu ändern, will der Minister seriöse Gesundheitsinformationen bündeln und dafür ein zentrales Internetportal einrichten. Dort sollen »alle wichtigen Informationen rund um das Gesundheitswesen zu finden sein – mit hoher Qualität und zugleich verständlich und leicht zu erfassen«, heißt es. Vor allem sollen diese Informationen in den Ergebnislisten der Suchmaschinen noch vor den unseriösen Angeboten auftauchen. Als Beispiel nennt Gröhe die Internetseite der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung. Seriöse Inhalte dieser und weiterer Institutionen müssten zusammengeführt werden und schnell im Netz zu finden sein. In seinem Gastbeitrag preist der Politiker die Chancen der Digitalisierung für die Gesundheitsbranche an. Das E-Health-Gesetz werde dafür sorgen, dass Daten zwischen Ärzten, Apotheken und Krankenhäusern künftig schneller und sicherer ausgetauscht werden können. Patienten in länd­lichen Regionen werden durch Tele­medizin in Zukunft besser versorgt werden, prognostiziert Gröhe. Wenn mithilfe von »Big Data« künftig sehr große Datenmengen gesammelt werden können, werde man dadurch mehr über bestimmte Krankheiten erfahren. Etwa wenn Daten sehr vieler Patienten auf bestimmte Gensequenzen hin untersucht werden, die Tumore auslösen. »Der Aufwand lohnt sich«, schreibt Gröhe. Die Digitalisierung in Verbindung mit neuen Biotechnologien werde die Medizin grundlegend verändern.

 

Nicht zuletzt sei die Digitalisierung auch ein starker Wirtschaftsfaktor, so Gröhe. Der Markt boome und die deutsche Gesundheitswirtschaft wachse jedes Jahr 50 Prozent stärker als die Gesamtwirtschaft. /

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