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Risikostrukturausgleich

AOK sieht sich nicht begünstigt

10.01.2017
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Von Anna Pannen / Der Vorsitzende des AOK-Bundesverbands, Martin Litsch, findet nicht, dass die AOK durch den Finanzausgleich zwischen den Krankenkassen bevorzugt wird.

 

Das sagte er der Deutschen Presse-Agentur in der vergangenen Woche. »Wenn die AOK heute einen größeren Überschuss erwirtschaftet als andere Kassenarten, hängt das auch mit der Geschäftspolitik zusammen«, so Litsch.

Zuvor hatten andere Krankenkassen immer wieder gefordert, den morbiditätsorientierten Risikostrukturausgleich (Morbi-RSA) zu überarbeiten. Er sieht vor, dass Krankenkassen ihren Konkurrenten Geld zahlen müssen, wenn bei diesen besonders viele Patienten versichert sind, die erfahrungsgemäß hohe Kosten verursachen. Dafür gibt es verschiedene Berechnungskriterien, unter anderem Alter und Einkommen der Versicherten. Einige Krankenkassen wollen jedoch neue Risikokriterien hinzufügen, da sie sich benachteiligt sehen. Besonders die AOK werde durch die derzeit geltenden Kriterien begünstigt, klagen sie.

 

Diese Behauptung weist Litsch zurück. »Der Morbi-RSA ist der beste Ausgleichsmechanismus, den wir bisher hatten«, sagte er. Die Zuweisungen würden gerecht und zielgenau berechnet. Litsch sprach sich dennoch dafür aus, die Kriterien ständig weiterzuentwickeln. Genau das könnte auch bald passieren: Noch im Dezember hatte das Bundesgesundheitsministerium das Bundesversicherungsamt beauftragt, den Morbi-RSA zu evaluieren. /

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