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Viel Trinken schwemmt Iod aus

11.01.2011  12:55 Uhr

PZ / Wer viel trinkt, sollte seine Iodversorgung im Auge behalten. Zu dieser Empfehlung kommen Wissenschaftler der Universität Bonn anlässlich einer aktuellen Studie. Darin haben die Forscher festgestellt, dass reichliches Trinken zu Iodverlusten führen kann.

Wissenschaftler um Professor Dr. Thomas Remer vom Forschungsinstitut für Kinderernährung, einer der Universität Bonn angegliederten Einrichtung, haben untersucht, wie sich die Trinkmenge auf den Iodhaushalt auswirkt. Dazu haben sie unter anderem einer Gruppe von Testpersonen einen strikten Diätplan verpasst. So war sichergestellt, dass die Iodzufuhr bei allen Teilnehmern identisch war. Zudem durften sie nur iodarme Getränke zu sich nehmen.

Ergebnis: Je mehr die Testpersonen tran­ken, desto mehr Iod schieden sie über den Harn aus, berichten die For­scher im Fachjournal »Thyroid« (doi: 10.1089/thy.2010.0161). Pro zusätz­lichem Liter Harnvolumen (24-Stunden-Sammelurin) stieg die Iodausscheidung um 15 µg, entspricht 10 Prozent der von der Weltgesundheitsorganisation emp­fohlenen täglichen Zufuhr von 150 µg.

 

»Die Verluste sind zwar nicht groß; der durchschnittliche Iodgehalt der Getränke selbst reicht aber üblicherweise nicht, um sie auszugleichen«, betont Studien­lei­ter Remer in einer Pressemitteilung. Die Iodverluste solle man durch iodreiche Kost, also etwa Seefisch oder Milchpro­dukte, sowie durch die Verwendung von Iodsalz ausgleichen. Keinesfalls solle man jedoch auf eine reichliche Flüssigkeitszufuhr (Experten empfehlen zwei Liter pro Tag) verzichten, denn die sei für die Gesundheit wichtig. Da Deutschland abgesehen von den Küstengebieten Iodmangelregion sei, solle man dieses Ergebnis nicht auf die leichte Schulter nehmen. »Kinder und Erwachsene, die bewusst reichlich trinken, sollten daher ebenso bewusst auf eine iodreiche Ernährung achten«, so Remer. /

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