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11.01.2011  15:32 Uhr

Vitamin D beschleunigt Heilung bei Tuberkulose

 

PZ / Nehmen Patienten mit Lungentuberkulose zusätzlich zur Behandlung mit Antibiotika Vitamin D in hohen Dosen ein, kann das die Heilung der Tuberkulose beschleunigen, so das Ergebnis einer aktuellen »Lancet«-Studie. Die Vitamin-Supplementation wirkte sich aber ausschließlich bei Patienten mit einem bestimmten Genotyp des Vitamin-D-Rezeptorgens (TaqI) positiv aus, den nur jeder zehnte untersuchte Patient aufwies. Bemerkenswert ist ein weiteres Ergebnis: Zu Studienbeginn hatten 97 Prozent der Patienten zu niedrige Vitamin-D-Werte. Als mögliche Ursachen nennen die Studienautoren mangelnde UV-Strahlung oder Vitamin-D-arme Ernährung.

 

Hepatitis C: Beschleunigte Zulassung für Boceprevir

 

PZ / Ein neuer Wirkstoff gegen Hepatitis C (HCV) befindet sich in Europa und den USA im beschleunigten Zulassungsverfahren. Wie der Hersteller MSD mitteilt, soll der HCV-Protease-Inhibitor Boceprevir bei Erwachsenen mit chronischer Hepatitis-C-Infektion vom Genotyp 1 zum Einsatz kommen, die eine unbehandelte oder bislang nicht erfolgreich behandelte kompensierte Lebererkrankung haben. Das neue Virustatikum soll zusätzlich zur derzeitigen Standardtherapie mit pegyliertem α-Interferon und Ribavirin gegeben werden. Laut MSD soll das Zulassungsverfahren in den USA innerhalb von sechs Monaten abgeschlossen sein. Für ein beschleunigtes Zulassungsverfahren kommen nur Wirkstoffe gegen Krankheiten infrage, für die es bislang keine Therapie gibt, oder wenn ein neuer Arzneistoff eine deutlich bessere Behandlungsoption bei einer wichtigen Erkrankung bietet als bisherige Therapien.

 

Antibiotikum lindert Reizdarm-Symptome

 

PZ / Eine zweiwöchige Behandlung mit dem Antibiotikum Rifaximin (Xifaxan®) kann bei Patienten mit Reizdarmsyndrom ohne Obstipation zu einer signifikanten Linderung der Symptome führen. Das belegt eine aktuelle Arbeit, die im »New England Journal of Medicine« erschienen ist und vom Hersteller des Arzneimittels finanziert wurde. Das halbsynthetische Antibiotikum Rifaximin wird nahezu nicht gastrointestinal resorbiert (zu weniger als 1 Prozent) und deckt ein breites bakterielles Spektrum ab. Die Patienten erhielten entweder dreimal täglich 550 mg Rifaximin über zwei Wochen oder Placebo. Signifikant mehr Patienten aus der Verum-Gruppe als aus der Placebo-Gruppe erlebten eine Besserung der Symptome wie Blähungen, Bauchschmerzen und flüssiger Stuhlgang. Nebenwirkungen waren in beiden Studienarmen gleich häufig. Das Ergebnis stützt die Theorie, dass Darmbakterien bei der Entstehung des Reizdarmsyndroms eine Rolle spielen könnten.

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