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Moderater Alkoholgenuss senkt Schlaganfallrisiko

09.01.2006
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Moderater Alkoholgenuss senkt Schlaganfallrisiko

von Wolfgang Kämmerer, Wiesbaden

 

Ein moderater Alkoholkonsum (10 bis 30 g pro Tag) senkt das Schlaganfall- und Herzinfarktrisiko. Hinweise darauf liefert eine prospektive Kohortenstudie (Stroke 37, 2006, 13-19).

 

In der Studie wurden die Daten von 3176 über 40-jährigen Personen ohne bisherigen Schlaganfall im Zeitraum zwischen 1993 und 2001 ausgewertet. Das  durchschnittliche Alter betrug 69 Jahre. Der Alkoholkonsum wurde mittels eines persönlichen Interviews erfasst und in folgende Kategorien unterteilt:

 

kein Alkohol im letzten Jahr, 

mehr als ein alkoholisches Getränk pro Monat aber maximal zwei pro Tag (moderater Konsum) oder

mehr als zwei alkoholische Getränk pro Tag.

 

Als alkoholisches Getränk wurden dabei ein Glas Wein, Bier oder Hochprozentiges angenommen. Erfragt wurde zudem der Alkoholkonsum während des bisherigen Lebens. Endpunkt der Studie war das Auftreten eines Schlaganfalls in Abhängigkeit von der Alkoholeinnahme.

 

Ergebnis: 62 Prozent der Personen hatte im letzten Jahr keinen Alkohol zu sich genommen und 32,5 Prozent gaben einen moderaten Alkoholkonsum an. Unter Berücksichtigung anderer Risikofaktoren wiesen die Personen mit moderatem Alkoholkonsum sowohl gegenüber den im letzten Jahr Abstinenten als auch den lebenslang Abstinenten ein signifikant geringeres ischämisches Hirnschlagrisiko auf (Risikoreduktion 33 Prozent). Ein ähnlicher Vorteil wurde für den kombinierten Endpunkt Hirnschlag, Myokardinfarkt oder vaskulärer Tod ermittelt (Risikoreduktion 26 Prozent). Die Personen, die mehr als zwei »Drinks« pro Tag zu sich nahmen, wiesen in allen Kategorien ein erhöhtes Risiko auf.

 

Fazit: Unabhängig von anderen Risikofaktoren scheint ein moderater Alkoholkonsum mit einer Reduktion des Risikos für einen Schlaganfall zu korrelieren.

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