Pharmazeutische Zeitung online
Altarzneimittel

Apotheker fordern gesetzliche Regelung

05.01.2010
Datenschutz bei der PZ

Von Bettina Sauer / Die Bundesregierung soll die Entsorgung von Altarzneimitteln gesetzlich regeln. Das fordert die ABDA – Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände. Vorerst gibt es weiter kein flächendeckendes Entsorgungssystem für Altarzneimittel.

Nach monatelangen ergebnislosen Verhandlungen mit der pharmazeutischen Industrie über die Entsorgung von Altmedikamenten fordern die Apothekerverbände nun eine gesetzliche Regelung des Problems. »Wenn die Arzneimittelhersteller ihrer Verantwortung nicht mehr gerecht werden wollen, dann brauchen wir schnell eine politische Lösung«, sagte Heinz-Günter Wolf, Präsident der ABDA – Bundesvereinigung Deutscher Apothekerverbände dem Nachrichtenmagazin »Spiegel«.

Bis vor Kurzem gab es in Deutschland ein flächendeckendes und für die Apotheken kostenloses Entsorgungssystem für Altmedikamente, das »Vfw Remedica«. Dabei wurden alte Arzneimittel in den Apotheken gesammelt und regelmäßig vom Recycling-Anbieter Vfw abgeholt. Die Kosten trugen die pharmazeutischen Unternehmen. Allerdings wurde das System aufgrund von Änderungen der Verpackungsverordnung Ende Mai 2009 eingestellt.

 

Seither beriet die ABDA mit den Verbänden der pharmazeutischen Industrie über die Fortführung oder Alternativen, erklärte die Verhandlungen aber kurz vor Weihnachten für gescheitert. Insbesondere bezüglich der Finanzierung hatte sich keine Einigung erzielen lassen, wie aus Verhandlerkreisen bekannt wurde. Offenbar will die Mehrheit der Herstellerverbände nur Kosten übernehmen, wenn sich auch die Apotheken finanziell beteiligen. Dies lehnt die ADBA bislang ab. »Schließlich tragen die Apotheken allein durch das Sammeln der Medikamente einen erheblichen Auswand«, begründete ein ABDA-Sprecher gegenüber der PZ. Deshalb solle die pharmazeutische Industrie die finanzielle Verantwortung übernehmen. Die Gesamtkosten für die Entsorgung von Altmedikamenten betrügen nach Vfw-Schätzungen jährlich etwa vier Millionen Euro.

 

Bei ihrem Appell an die Regierung stützt sich die ABDA auf eine EU-Richtlinie, die alle Mitgliedstaaten verpflichtet, »geeignete Sammelsysteme für nicht verwendete oder abgelaufene Arzneimittel« einzurichten. »Bis es zu einer Lösung kommt, müssen die Apothekeninhaber weiter selbst entscheiden, ob sie Altmedikamente annehmen«, sagte der ABDA-Sprecher. Inzwischen gebe es mehrere regionale Entsorgungskonzepte, die aber in der Regel Kosten für die Apotheken mit sich brächten. /

Mehr von Avoxa