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Keine Impfpflicht unter Schwarz-Rot

10.01.2018
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Von Stephanie Schersch / Impfen wird in Deutschland wohl auch künftig Privatsache bleiben – zumindest bei einer Neuauflage der Großen Koalition. Die FDP warnt derweil vor den Folgen, die Impfmüdigkeit mit sich bringen kann.

 

Bereits vor Monaten hatte sich die FDP dafür ausgesprochen, für Kinder bis 14 Jahre eine allgemeine Impfpflicht einzuführen. Nun beklagt sie »massive Defizite« beim Impfstatus der Deutschen und fühlt der Bundesregierung in einer Kleinen Anfrage auf den Zahn. Die aber sieht Deutschland insgesamt auf einem guten Weg. Eine allgemeine Impfpflicht sei derzeit nicht erforderlich, schreibt das Bundesministerium für Gesundheit (BMG). Demnach hat die Koalition in den vergangenen Jahren bereits »wichtige Schritte zur Erhöhung der Impfquoten unternommen«. Das BMG verweist dabei vor allem auf das Präventionsgesetz aus dem Jahr 2015. Seitdem können etwa Kitas und Schulen beim Auftreten von Masern ungeimpfte Kinder oder Lehrer vorübergehend ausschließen.

 

Mit der Impfbereitschaft der Deutschen ist die Regierung insgesamt zufrieden. Der Anteil genereller Impfgegner sei gering, wie eine aktuelle Studie der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung zeige. Kampagnen und Projekte sollen für mehr Aufklärung sorgen und die Impfquoten langfristig steigen.

 

Den Vorwurf, Deutschland sei in Europa Schlusslicht bei der Masernelimination, will die Bundesregierung so nicht stehen lassen. Im Jahr 2017 habe es Masernfälle in Deutschland insbesondere unter Migranten der EU gegeben, »die in ihren Heimatländern bisher nicht geimpft worden waren und Masernfälle nach Deutschland importierten«. Auch die hohe Bevölkerungszahl- und dichte sowie ein starker Grenzverkehr sorgten dafür, dass es in Deutschland vergleichsweise viele Masernfälle gebe. /

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