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Kooperation

Parmapharm erlebt Austrittswelle

07.01.2008
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Kooperation

Parmapharm erlebt Austrittswelle

Von Uta Grossmann

 

Die Apothekenkooperation Parmapharm erhielt zum Jahreswechsel Kündigungen von 226 Apotheken, Filialen mitgerechnet. Der Versuch einer Profilschärfung hin zu »Premium-Apotheken« wird offensichtlich von vielen Mitgliedern nicht mitgetragen.

 

Nach der Austrittswelle hat die Bielefelder Kooperation noch 700 Mitgliedsapotheken. Offenbar konnte das Konzept mit der Marke »Gesund ist bunt« und der Positionierung als »Premium-Apotheken« viele Apotheker nicht überzeugen. Dietmarc Riedel, Inhaber der Märkischen Apotheke in Berlin, bemängelt eine zu starke Vereinheitlichung des Auftritts. Man müsse ja nicht noch aufs Gaspedal treten, sagt er in Anspielung auf den Einzug von Apothekenketten, der befüchtet wird, sollte der Europäische Gerichtshof das Fremd- und Mehrbesitzverbot kippen. Unter den Ex-Mitgliedern herrscht Unzufriedenheit mit dem dirigistischen und zu wenig partnerschaftlichen Umgang zwischen Zentrale und Apothekern. Auch Vorgaben wie die Teilnahme am HappyDigits-Bonusprogramm und der Einsatz einer bestimmten Software riefen Unwillen hervor. Apotheker wie Dr. Hans-Hermann Schultze, Inhaber der Altstädtischen Apotheke in Rathenow, begründen ihren Austritt damit, dass derartige Vorgaben nicht ihrer Einstellung entsprechen.

 

In einer Pressemitteilung bedauert die Parmapharm »jeden einzelnen Austritt«, sieht aber in der Profilschärfung und der »Verbindlichkeit in der Umsetzung beschlossener Maßnahmen» die »große Chance, ihre Schlagkraft zu erhöhen«. Die Geschäftsführer Frank Stuhldreier und Thomas Worch bekennen sich zur unabhängigen und inhabergeführten Apotheke. Daher habe man im Sommer vorigen Jahres die Zusammenarbeit mit dem zur Celesio-Gruppe gehörenden Großhändler Gehe aufgekündigt und entschieden, künftig mit der Sanacorp zu kooperieren.

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