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Glucosamin

Gabe im Arthrose-Frühstadium

08.01.2008  11:05 Uhr

Glucosamin

Gabe im Arthrose-Frühstadium

Von Brigitte M. Gensthaler

 

Ab Januar gibt es ein weiteres Arzneimittel mit Glucosamin, das zur Linderung von Symptomen leichter bis mittelschwerer Arthrose des Kniegelenks zugelassen ist.

 

Das Arzneimittel (Voltaflex®) wurde in einem Verfahren der »gegenseitigen Anerkennung« (MRP) auf der Basis eines bibliografischen Antrags zugelassen. Eigene Studien waren nicht nötig. Federführend war Schweden, da hier seit 2003 eine Zulassung für Glucosamin-Hydrochlorid vorlag, berichtete Dr. Stefan Sandner, Geschäftsführer der Diapharm-Gruppe, bei einer Pressekonferenz der Novartis Consumer Health in München. Die beiden Salze Glucosamin-Hemisulfat und -Hydrochlorid wurden im Rahmen des europäischen Verfahrens als vergleichbar eingestuft. Da Glucosamin eine »sehr unkomplizierte Substanz mit hoher Wasserlöslichkeit« ist, seien vergleichende Bioverfügbarkeitsstudien nicht nötig.

 

Wichtig bei der Arthrose sei ein früher Therapiebeginn, da die Knorpeldestruk-tion nicht reversibel und Knorpelzellen nicht regenerierbar sind, betonte Professor Dr. Susanne Fuchs-Winkelmann von der Uniklinik Gießen/Marburg. Empfehlenswert sei viel Bewegung ohne zu starke Belastung, zum Beispiel Schwimmen, Radfahren und Gehen, sowie Gewichtsreduktion. Analgetika wie NSAR oder Paracetamol seien bei akuten Beschwerden kurzzeitig indiziert.

 

Chondroprotektiva wie Glucosamin könne der Patient parallel oder prophylaktisch einnehmen, aber nicht zur Behandlung des akuten Schmerzes. Geeignet sei die Gabe im Frühstadium einer Arthrose, um den Knorpel zu kräftigen, sagte die Orthopädin und plädierte für eine enge Indikationsstellung. Nach dreimonatiger Einnahme sollten die Patienten pausieren. Laut Fachinformation soll die Fortsetzung der Therapie überprüft werden, wenn nach zwei bis drei Monaten keine Linderung spürbar ist. Wie lange die körpereigene Substanz den Knorpelabbau hinauszögern kann, sei in Studien nicht belegt, sagte Fuchs-Winkelmann.

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