| Juliane Brüggen |
| 27.03.2026 10:00 Uhr |
Die hohe Erfolgsrate zeigt, dass es sich lohnt, die Patienten, die durch häufigen Analgetika-Kauf auffallen, anzusprechen. »Machen Sie ein Beratungsangebot, dass man nicht ablehnen kann«, ermutigte Pallenbach und empfahl folgendes Vorgehen: Den Wunsch des Kunden wiederholen, das Arzneimittel holen und den Wunsch bestätigen (»Das ist ein gutes Mittel gegen akute Schmerzen«). Dann auf persönliche Erfahrungen eingehen, etwa, wie der Kunde damit zurechtkommt, wie oft die Kopfschmerzen auftreten, wie lange er das Medikament nimmt. Entscheidend sei auch die Frage: »Wissen Sie, dass Ihre Medikamente langfristig Kopfschmerzen auslösen können?«
Bei der Abgabe sollten dann mögliche Probleme des Übergebrauchs wie die Analgetika-Nephropathie genannt und nicht zuletzt Unterstützung angeboten werden. Hilfe finden Betroffene bei einem Hausarzt, Neurologen oder in einem Schmerzzentrum. Die Abgabe einer üblichen Menge zu verweigern, ergebe wenig Sinn, sagte der Apotheker, da Patienten sich über Versandhandel oder andere Apotheken versorgen.
Damit es erst gar nicht zu einem Übergebrauch kommt, sei die hochwertige pharmazeutische Beratung unerlässlich, sagte Pallenbach. »Wichtig bei der Abgabe von all diesen Medikamenten ist der Hinweis auf möglichst kurzfristige und vor allem nicht regelmäßige Anwendung.« Als Faustregel gelte, dass die Patienten 20 Tage pro Monat ohne Schmerzmittel auskommen sollten. Weniger als die Dosis sei die Dauer und Regelmäßigkeit der Einnahme entscheidend. Bei der Einschätzung hilft ein Kopfschmerzkalender.