Der damalige Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) beim von der Covid-Pandemie geprägten Apothekertag 2021. / © Erik Hinz
Im vergangenen Jahr erschien die damalige Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) persönlich beim Deutschen Apothekertag (DAT) in Düsseldorf. Es war ihr erster Besuch im Apothekerparlament; erst im Mai 2025 war sie zur Bundesgesundheitsministerin ernannt worden. Im Gepäck hatte Warken die Eckpunkte ihrer großen Apothekenreform – der im Koalitionsvertrag versprochenen Fixumserhöhung erteilte sie wegen der prekären Kassenfinanzen aber vorerst eine Absage. Trotzdem stellte sich die Ministerin im Anschluss den Fragen von PZ-Chefredakteur Alexander Müller. Inzwischen ist die stufenweise Erhöhung des Packungsfixums rechtlich verankert.
Warkens Amtsvorgänger Karl Lauterbach (SPD) handhabte den Apothekertag anders. Obwohl er zwischen 2022 und 2024 dreimal die Gelegenheit hatte, den DAT zu besuchen, schaltete sich der Sozialdemokrat immer nur per Video in die Hauptversammlung. Dabei gab es viel zu besprechen: Lauterbach arbeitete am umstrittenen Apotheken-Reformgesetz, das die Idee der »Apotheke ohne Apotheker« beinhaltete. Der Gesetzentwurf überlebte das Ende der Ampelkoalition nicht. Lauterbach dürfte trotz der räumlichen Distanz deutlich den Unmut der Apothekerschaft gespürt haben. So trugen die Delegierten im Jahr 2023 auffällige Warnwesten mit der Aufschrift »Apotheken stärken. Jetzt«.
In den Pandemiejahren gab es deutliche Einschränkungen. Der DAT 2020 wurde als Vor-Ort-Veranstaltung gestrichen. 2021 folgte ein hybrider DAT, an dem die Delegierten auch online teilnehmen konnten. Der damalige Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) reiste dennoch persönlich nach Düsseldorf und versprach unter anderem einen Ausbau von pharmazeutischen Dienstleistungen (pDL). Auch in den Jahren 2019 und 2018 war Spahn vor Ort und sprach dort auch über sein Vor-Ort-Apotheken-Stärkungsgesetz.
Ebenso Hermann Gröhe (CDU), von 2013 bis 2018 Gesundheitsminister, erschien persönlich beim DAT. Gröhe sprach sich bei seinen Besuchen unter anderem für ein Rx-Versandverbot aus, das allerdings bis heute nicht umgesetzt wurde. In Erinnerung blieb auch Gröhes Besuch im Jahr 2016. Damals verkündete er, dass die Apotheker auch für Rezepturen den Festzuschlag von 8,35 Euro bekommen sollen.