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Ministerbesuche
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Aufwartung im Apothekerparlament

Parallel zur Messe findet traditionell der Deutsche Apothekertag (DAT) statt. Die jährliche Hauptversammlung bietet auch der Politik ein Forum – das etliche Gesundheitsministerinnen und -minister schon genutzt haben.
AutorKontaktPZ
Datum 01.09.2026  10:00 Uhr

Im vergangenen Jahr erschien die damalige Bundesgesundheitsministerin Nina Warken (CDU) persönlich beim Deutschen Apothekertag (DAT) in Düsseldorf. Es war ihr erster Besuch im Apothekerparlament; erst im Mai 2025 war sie zur Bundesgesundheitsministerin ernannt worden. Im Gepäck hatte Warken die Eckpunkte ihrer großen Apothekenreform – der im Koalitionsvertrag versprochenen Fixumserhöhung erteilte sie wegen der prekären Kassenfinanzen aber vorerst eine Absage. Trotzdem stellte sich die Ministerin im Anschluss den Fragen von PZ-Chefredakteur Alexander Müller. Inzwischen ist die stufenweise Erhöhung des Packungsfixums rechtlich verankert.

Warkens Amtsvorgänger Karl Lauterbach (SPD) handhabte den Apothekertag anders. Obwohl er zwischen 2022 und 2024 dreimal die Gelegenheit hatte, den DAT zu besuchen, schaltete sich der Sozialdemokrat immer nur per Video in die Hauptversammlung. Dabei gab es viel zu besprechen: Lauterbach arbeitete am umstrittenen Apotheken-Reformgesetz, das die Idee der »Apotheke ohne Apotheker« beinhaltete. Der Gesetzentwurf überlebte das Ende der Ampelkoalition nicht. Lauterbach dürfte trotz der räumlichen Distanz deutlich den Unmut der Apothekerschaft gespürt haben. So trugen die Delegierten im Jahr 2023 auffällige Warnwesten mit der Aufschrift »Apotheken stärken. Jetzt«.

In den Pandemiejahren gab es deutliche Einschränkungen. Der DAT 2020 wurde als Vor-Ort-Veranstaltung gestrichen. 2021 folgte ein hybrider DAT, an dem die Delegierten auch online teilnehmen konnten. Der damalige Gesundheitsminister Jens Spahn (CDU) reiste dennoch persönlich nach Düsseldorf und versprach unter anderem einen Ausbau von pharmazeutischen Dienstleistungen (pDL). Auch in den Jahren 2019 und 2018 war Spahn vor Ort und sprach dort auch über sein Vor-Ort-Apotheken-Stärkungsgesetz.

Ebenso Hermann Gröhe (CDU), von 2013 bis 2018 Gesundheitsminister, erschien persönlich beim DAT. Gröhe sprach sich bei seinen Besuchen unter anderem für ein Rx-Versandverbot aus, das allerdings bis heute nicht umgesetzt wurde. In Erinnerung blieb auch Gröhes Besuch im Jahr 2016. Damals verkündete er, dass die Apotheker auch für Rezepturen den Festzuschlag von 8,35 Euro bekommen sollen.

Schwieriges Verhältnis zu Ulla Schmidt

Von 2009 bis 2011 wurde das Bundesgesundheitsministerium von FDP-Politiker Philipp Rösler geführt, sein Parteikollege Daniel Bahr folgte 2011 und hatte das Amt bis 2013 inne. Bahr erschien 2012 persönlich vor Ort und musste sich einiges an Kritik anhören. Der Grund war die angekündigte minimale Erhöhung des Fixhonorars um 25 Cent auf 8,35 Euro – zu wenig nach Auffassung der Delegierten. Bahr verwies auf die gestiegene Zahl der abgegebenen Packungen und erklärte, dass sich seit 2004 keine Regierung mehr an eine Fixumserhöhung gewagt hätte. Sein Parteikollege Rösler erschien dagegen nie persönlich beim DAT.

Das Verhältnis zwischen der Apothekerschaft und Ulla Schmidt (SPD), die von 2001 bis 2009 Bundesgesundheitsministerin war, kann mindestens als schwierig bezeichnet werden. So fiel in Schmidts Amtszeit das GKV-Modernisierungsgesetz, das das heutige System der Apothekenvergütung schuf und oft für das Apothekensterben mitverantwortlich gemacht wird. Zudem ermöglichte es den Versandhandel mit verschreibungspflichtigen Arzneimitteln (Rx-Versand).

Im Jahr 2001, gleich zu Beginn ihrer Amtszeit, wollte Schmidt persönlich den DAT besuchen. Doch aufgrund der Terroranschläge vom 11. September musste die Ministerin kurzfristig absagen. So war Ulla Schmidt nur 2003 beim außerordentlichen Apothekertag in Berlin persönlich vor Ort. Damals verteidigte sie ihre Gesundheitsreformen und erklärte, dass diese von allen Beteiligten Opfer verlangten.  Schmidts Auftritt wurde von Protesten, Buhrufen und Pfiffen begleitet.

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