Pharmazeutische Zeitung online Avoxa
whatsApp instagram facebook bluesky linkedin xign

AOK-Chefin Reimann
-
AU-Pflicht ab erstem Krankheitstag ist »unsinnig«

Die Koalition kehrt aus der Sommerpause zurück – und mit ihr die Kritik an geplanten Änderungen für die Krankschreibung. Auch die AOK-Chefin Carola Reimann äußert Bedenken an den Vorstößen von Kanzler Friedrich Merz (CDU).
AutorKontaktdpa
Datum 24.08.2026  11:15 Uhr

AOK-Chefin Carola Reimann hat die telefonische Krankschreibung gerade in Zeiten von Infektionswellen als »gutes Mittel« verteidigt. So könnten Ansteckungen vermieden und medizinisches Personal geschützt werden, sagte Reimann den Zeitungen der Funke Mediengruppe. »Während Corona haben wir keine Veränderung im Krankschreibungsverhalten der Ärzte gesehen, und eine missbräuchliche Nutzung können wir auch nicht feststellen«, sagte Reimann. »Die telefonische Krankschreibung gilt zudem nur für persönlich bekannte Patienten und bei Infektionserkrankungen für maximal eine Woche.«

Frühe AU-Pflicht schon jetzt möglich

Die Rückkehr zur Pflicht einer Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung (AU) ab dem ersten Krankheitstag hält Reimann für »unsinnig«. »Wenn ab dem ersten Tag eine Krankschreibung vorliegen muss, bindet das eine unglaubliche Kapazität, die wir für die Versorgung nicht zur Verfügung haben.« Schon heute könne ein Arbeitgeber verlangen, dass Beschäftigte ab dem ersten Tag eine Bescheinigung vorlegen. »Eine Pflicht in der Breite halte ich für falsch.«

Die schwarz-rote Koalition hatte Anfang Juli angekündigt, die Möglichkeit zur telefonischen Krankschreibung abzuschaffen und die Pflicht zur Vorlage einer Arbeitsunfähigkeitsbescheinigung auf den ersten Krankheitstag vorziehen zu wollen. Bundeskanzler Friedrich Merz (CDU) begründete die Pläne damit, dass der Krankenstand gesenkt werden solle. An den Plänen gab es auch Kritik aus den Reihen der Regierungsparteien.

THEMEN
AOK
Mehr von Avoxa