Apothekerinnen und Apotheker beraten Patientinnen und Patienten zur sicheren Anwendung von Arzneimitteln. Sie können auch frühzeitig auf die Risiken eines missbräuchlichen Gebrauchs aufmerksam machen. / © Adobe Stock/taylon
Arzneimittelabhängigkeit gilt nach der Tabaksucht als eine der häufigsten Formen der Abhängigkeit in Deutschland, so die Apothekerkammer Berlin. Schätzungen zufolge seien rund 1,8 Millionen Menschen von einer Arzneimittelabhängigkeit betroffen. Bei weiteren mehreren Millionen Menschen wird ein missbräuchlicher Arzneimittelgebrauch vermutet. Besonders Schlaf- und Beruhigungsmittel sowie bestimmte Schmerzmittel können laut der Kammer bei unsachgemäßer oder langfristiger Anwendung zu gesundheitlichen Problemen und Abhängigkeiten führen.
»Arzneimittel können Krankheiten lindern und Lebensqualität verbessern. Sie müssen jedoch verantwortungsvoll angewendet werden. Gerade weil viele Präparate alltäglich erscheinen, werden Risiken des Missbrauchs häufig unterschätzt«, erklärt Ina Lucas, Präsidentin der Apothekerkammer Berlin.
Apothekerinnen und Apotheker würden einen wichtigen Beitrag zur Prävention von Arzneimittelmissbrauch leisten. Sie informieren bei der Abgabe von Arzneimitteln Patientinnen und Patienten über die richtige Anwendung, die empfohlene Anwendungsdauer sowie mögliche Risiken. Dies gelte insbesondere bei Arzneimitteln mit einem bekannten Abhängigkeitspotenzial, wie beispielsweise Schlaf- und Beruhigungsmitteln oder bestimmten Schmerzmitteln.
Durch ihre wohnortnahe und niedrigschwellige Erreichbarkeit könnten sie Fragen frühzeitig beantworten, Unsicherheiten aufgreifen und für einen verantwortungsvollen Umgang mit Arzneimitteln sensibilisieren.
»Nicht jede Abhängigkeit lässt sich verhindern. Umso wichtiger ist es, problematischen Arzneimittelgebrauch möglichst früh zu erkennen«, so Lucas. Sie ergänzt: »Apothekenteams nehmen ihre Verantwortung für eine sichere Arzneimittelversorgung jeden Tag wahr. Sie können erste Warnsignale erkennen, Betroffene sensibel ansprechen und sie dabei unterstützen, den Weg in eine ärztliche oder suchttherapeutische Behandlung zu finden. Damit übernehmen sie eine wichtige Lotsenfunktion im Gesundheitswesen.«