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NRW-Gesundheitsminister

»Arzneimittel gehören in die Hand des Apothekers«

Bei der Abgabe verschreibungspflichtiger Medikamente sollten Hausärzte nach Ansicht von NRW-Gesundheitsminister Karl-Josef Laumann (CDU) nicht mit Apotheken gleichgestellt werden. »Die arzneimittelrechtlichen Regelungen zur Abgabe von Medikamenten haben sich seit Jahrzehnten auch in Notsituationen bewährt«, sagte Laumann laut einer Mitteilung. Das gelte insbesondere auch für die Präsenzapotheke.
dpa
22.10.2018  08:54 Uhr

Damit, dass bislang nur Apotheker Medikamente an Patienten abgeben dürfen, will der Deutsche Hausärzteverband Schluss machen. Auch Ärzte sollten Rx-Arzneimittel ausgeben dürfen, damit »die Ressourcen besser genutzt werden, gerade auf dem Land«, hatte der Vorsitzende des Deutschen Hausärzteverbands, Ulrich Weigeldt, der «Frankfurter Allgemeinen Zeitung» gesagt und eine Reform des Arzneimittelrechts gefordert.

Die Frage, welche Arzneimittel in Arztpraxen vorgehalten werden könnten, ließ Weigeldt demnach offen. Ein komplettes Sortiment bereitzuhalten, sei jedenfalls nicht das Ziel, so Weigeldt. »Wir können und wollen die Apotheken nicht ersetzen.«

Laumann warnte vor einer Konkurrenz zwischen Ärzten und Apothekern: »Wir brauchen die Apotheke vor Ort, genauso wie wir den Hausarzt vor Ort benötigen«, sagte er. Beide Professionen sollten nicht gegen-, sondern miteinander arbeiten. »Für mich steht aber fest: Arzneimittel sind Waren besonderer Art und gehören in die Hand des Apothekers!«, fügte er hinzu.

Foto: imago/Rüdiger Wölk

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