20.482 Anfragen zu möglichen Vergiftungen mit Arzneimitteln erhielt das Giftinformationszentrum Nord im vergangenen Jahr. / © Shutterstock/Kunlathida6242
Die Zahl der Beratungen durch das Giftinformationszentrum Nord (GIZ-Nord) an der Universitätsmedizin Göttingen ist im vergangenen Jahr erneut gestiegen, wie die Universität Göttingen kürzlich mitteilte. Die Zahl der Beratungen zu Vergiftungs- oder Verdachtsfällen stieg den Angaben nach 2025 um rund 10 Prozent im Vergleich zum Vorjahr auf 52.573. In den allermeisten Fällen handelte es sich um versehentliche Fälle, die sich überwiegend im häuslichen Umfeld abspielten.
Ursächlich für die Vergiftung beziehungsweise den Verdacht waren meist Medikamente (20.482 Anfragen), gefolgt von chemischen Produkten (13.008) sowie Pflanzen (5285) und Nahrungs- und Genussmitteln (4156). »Oft sind es Dinge aus dem täglichen Umfeld, die besonders für Kinder gefährlich werden können«, hieß es in der Mitteilung. Die größte Vergiftungsgefahr gehe von Haushaltschemikalien und Arzneimitteln aus. In 23 Beratungsfällen wurde im Nachhinein ein Todesfall dokumentiert.
In 1324 Fällen ging es bei den Anrufen um Drogen. »Die meisten Anfragen bezogen sich auf Kokain, Amphetamine und ähnliche Drogen sowie auf Vergiftungen mit Cannabis und synthetischen Cannabinoiden«, heißt es in der Mitteilung weiter, die in diesem Jahr ein besonderes Augenmerk auf diese Gruppe legt. Konkret zum Cannabiskonsum stieg die Zahl der Beratungen um 17 Prozent gegenüber dem Vorjahr. 2025 war das erste volle Kalenderjahr seit der Teillegalisierung von Cannabis.
Der Giftnotruf berät medizinisches Personal ebenso wie Bürgerinnen und Bürger zu Vergiftungen sowie in akuten Notfällen. Die Einrichtung ist für die Bundesländer Niedersachsen, Bremen, Hamburg und Schleswig-Holstein zuständig. Auch um Tiervergiftungen kümmert sich der Giftnotruf. Darauf entfielen im Jahr 2025 1256 Beratungen.