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Niedersachsen

Arbeitsminister Heil besucht Apotheke

Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) hat sich in dieser Woche in einer Apotheke über die aktuelle Lage in den Apotheken erkundigt. Heil besuchte die Zentrum-Apotheke im niedersächsischen Wesendorf (nahe Gifhorn). Unter anderem ging es um die Coronavirus-Pandemie und die Arzneimittelproduktion.
Benjamin Rohrer
25.09.2020  16:00 Uhr

Bundesarbeitsminister Hubertus Heil (SPD) hat laut einer Mitteilung der Landesapothekerkammer Niedersachsen in dieser Woche eine Apotheke besucht. Mit den Apothekern Ahmed El-Hawari, Leiter der Zentrum-Apotheke in Wesendorf, und Thorsten Stoye (Aller-Apotheke Gifhorn, Wahlkreisbotschafter der Apothekerkammer Niedersachsen) hat sich der Minister demnach zu Beginn über die Auswirkungen der Coronavirus-Krise auf die Apotheken unterhalten. Konkret soll es um die Frage gegangen sein, ob die Apotheken von der Krise profitiert hätten.

Laut Mitteilung zeigte der Minister, der rund um die niedersächsische Stadt Gifhorn seinen Wahlkreis hat, großes Interesse an der Einschätzung der Apotheker zum Vor-Ort-Apotheken-Stärkungsgesetz (VOASG). Auch der SPD-Landtagsabgeordnete Tobias Heilmann habe an dem Treffen teilgenommen. Die beiden Politiker sprachen mit den Apothekern auch über Arzneimittel-Lieferengpässe und die damit verbundene Forderung, dass Medikamente wieder verstärkt in Europa produziert werden sollten.

Apotheker El-Hawari: Fokus liegt auf den Apotheken

Was die Coronavirus-Krise betrifft, wiesen die Pharmazeuten auf die in den vergangenen Monaten erfolgten Versorgungsleistungen der Apotheke hin. Auf die Frage des Ministers, ob die Apotheker von der Krise profitiert hätten, antwortete Ahmed El-Hawari: »Wir haben von der Pandemie dahingehend profitiert, dass sich der Fokus der Bevölkerung und insbesondere der Politik verstärkt auf die öffentlichen Apotheken gerichtet und man festgestellt hat, dass wir durch unser schnelles und konsequentes Handeln unverzichtbar waren und bleiben.«

Laut Kammermitteilung wollte Heil zudem wissen, ob das VOASG die Apotheken wirklich stärke. Auf die Frage des Ministers erklärte Stoye: »Da muss dringend nachgebessert werden, damit die Apotheken vor Ort gestärkt und nicht sogar geschwächt werden.« Auch die Rolle der ausländischen Versandapotheken kam zur Sprache. Die Apotheker wiesen auf die »systemimmanente Überwachungslücke« hin, die der Wissenschaftliche Dienst des Bundestags erst kürzlich den EU-Versendern bescheinigt hatte.

Die drei Gesprächspartner waren sich einig, dass die Herstellung von wichtigen Medikamenten wieder nach Europa verlagert werden muss. »Europa muss in der Arzneimittelproduktion wieder unabhängiger werden, um möglichen Lieferengpässen entgegenzuwirken«, sagte Bundesarbeitsminister Heil abschließend.

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