| Daniela Hüttemann |
| 02.07.2026 16:00 Uhr |
Der Anteil von Mezzanine-Finanzierungen im Invest-Portfolio konnte von 15 Prozent Ende 2024 auf aktuell 7 Prozent weiter reduziert werden – ohne dabei Verluste einzufahren. Der Immobilienbestand liegt bei 26 Prozent und soll ebenfalls weiter reduziert werden. Die Aktienquote beträgt 5 Prozent, die Beteiligung an nicht börsengelisteten Unternehmen (Private Equity) 15 Prozent. Mit 41 Prozent machen festverzinsliche Wertpapiere den größten Anteil des Portfolios aus.
Wirtschaftsprüfer Jochen Reinke von der Firma Baker Tilly zeigte sich zufrieden und verwies auf die unruhige globale Lage. Es gebe immer noch große Unsicherheit und Risiken. Aktienwerte hätten sich zwar robust gezeigt, doch bei Immobilien herrsche immer noch »Saure-Gurken-Zeit«.
»Die Nettorendite lag zwar unter dem Rechnungszins, jedoch konnte wiederholt ein positives Kapitalanlageergebnis erzielt werden«, so Reinke (der Rechnungszins liegt bei 3,2 Prozent). Die stillen Reserven seien konstant geblieben, erwähnte er lobend. Andere Versorgungswerke hätten hier zuletzt abgeschmolzen, um ihren Rechnungszins zu erreichen. Die Zinsreserve wurde erhöht und der Rohüberschuss vollumfänglich der Gewinnrücklage zugewiesen. Das stärke die Solvabilität.
Herwig Kinzler, Geschäftsführer der RMC, pflichtete bei, dass die allgemeine Lage nicht besser geworden sei und das Umfeld nach wie vor herausfordernd sei. »Es gibt keine einfachen Lösungen in diesen Zeiten, wir finden aber gute Lösungen«, versprach er.
Die zuletzt häufigeren Meldungen über Verluste bei verschiedenen Versorgungswerken der Freien Berufe gelte es jedoch mit Bedacht zu lesen. Es seien hohe Zahlen, dahinter stünden jedoch häufig noch viel größere Vermögen. Hier gelte es immer, die Relation im Blick zu behalten. »Wir lesen viel von Abschreibungen, es gibt aber auch bei den betroffenen Versorgungswerken Zuschreibungen und stille Reserven, die zum Teil nicht gezeigt werden.« Ein Sonderfall (im negativen Sinn) sei die Versorgung der Berliner Zahnärzte.
»Wir haben einen großen Teil der Hausaufgaben gemacht – ohne Verkäufe, die zu massiven Abschreibungen geführt haben«, sagte Kinzler in Bezug auf die vergangenen zwei Jahre. Mit Blick auf die Zukunft betonte er: »Wir sehen das Versorgungswerk weiterhin in der Konsolidierungsphase. Die nächsten Jahre erfordern Disziplin, die sich am Ende aber auszahlen sollte. Wir sehen ein Dynamisierungspotenzial für 2027 und 2028«, so Kinzler.