Sichere Altersvorsorge: Auch die Versorgungswerke der Apotheker müssen ihre Anlagestrategien an die volatile wirtschaftliche und geopolitische Situation anpassen. / © Adobe Stock/Gina Sanders
Die derzeitige wirtschaftliche und geopolitische Lage stellt auch die Versorgungswerke der Apotheker vor große Herausforderungen. Die Zeichen stehen deshalb auf Zurückhaltung. Angesichts der schwierigen Situation an den Kapitalmärkten setzen die Versorgungswerke vor allem auf besonnenes Risikomanagement und darauf, Rücklagen zu stärken. Über die diesjährige Ständige Konferenz in Kiel, die bereits am 8. Mai stattgefunden hatte, informierten nun Holger Herold, stellvertretender Vorsitzender der Ständigen Konferenz der Versorgungswerke der Apotheker (Sächsisch-Thüringische Apothekerversorgung), und Heike Ulbrich (Versorgungswerk der Apothekerkammer Westfalen-Lippe).
Die Versorgungswerke begegnen demnach der anspruchsvollen wirtschaftlichen und geopolitischen Situation mit einer noch breiteren Diversifizierung ihrer Anlagen sowie mit hohen Sicherheitsrücklagen, um die Leistungen für ihre Mitglieder langfristig sicherzustellen. Den Angaben zufolge verlief das Geschäftsjahr 2025 für die meisten Versorgungswerke »zufriedenstellend«.
Vor dem Hintergrund der anhaltend schwierigen Lage an den Kapitalmärkten lägen die Schwerpunkte weiterhin auf der Stärkung von Rücklagen und Risikokapital. Dynamisierungen seien teilweise mit großer Zurückhaltung vorgenommen worden. In der Regel hätten sie Anwartschaftsbestände mit niedriger Verzinsung betroffen oder dem Inflationsausgleich gedient. Hinzu kommt den Angaben zufolge aktuell der Sondereffekt der Beitragsdynamik. Er soll demnach vorrangig den Rentenanwärtern zugutekommen, da sie höhere Beiträge einzahlen und zugleich mit niedrigeren Renten rechnen müssen.
Insgesamt sehen sich die Versorgungswerke zwar gut aufgestellt, so das Fazit. Jedoch brächten geopolitische Risiken, eine sich verändernde Weltordnung und die Rückkehr militärischer Konflikte als Mittel der Politik neue Anforderungen mit sich, denen sich die Versorgungswerke stellen müssen.
Jedes Versorgungswerk suche vor dem Hintergrund seiner jeweiligen Rahmenbedingungen nach dem sichersten und zugleich sinnvollsten Weg, um diese Krisen bestmöglich zu bewältigen. Zu den wesentlichen Schwerpunkten zählen den Angaben zufolge auch im Jahr 2026 das Risikomanagement, Stresstests sowie Asset-Liability-Studien. Um den aktuellen Herausforderungen mit größtmöglicher Professionalität zu begegnen, würden verstärkt externe Berater eingebunden.