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Hilfen für AvP-Apotheken

Apotheker werten KfW-Kredite als wichtigen Schritt

KfW-Darlehen als wirksame Hilfe für von der AvP-Insolvenz betroffene Apotheker: Diese Option haben der Apothekerverband sowie die Apothekerkammer Nordrhein (AVNR/AKNR) jetzt begrüßt. Die Standesvertreter stützen sich dabei offenbar auf Informationen aus dem Gesundheitsausschuss, der die AvP-Pleite vorige Woche diskutiert hatte.
Cornelia Dölger
13.10.2020  10:30 Uhr

»Dass Berlin die Forderung nach schnell verfügbaren Mitteln für die von der AvP-Insolvenz betroffenen Apotheken so rasch erfüllt, freut uns sehr. Zinslose KfW-Kredite waren und bleiben die Forderung der Apothekerkammer Nordrhein«, sagte AKNR-Präsident Armin Hoffmann in einer Mitteilung. Der AVNR-Vorsitzende Thomas Preis ergänzte: »Damit ist auch unser Appell in Richtung Politik angekommen, schnell einen wirksamen Beitrag zu leisten, um Schließungen der Apotheken zu verhindern und möglichen Versorgungslücken vor Ort sowie Arbeitsplatzverlusten effektiv entgegenzuwirken.« Wenn das Geld bei AvP weg sei, seien staatliche Zuschüsse aber unumgänglich.

Denn langfristig sei den Apothekerinnen und Apothekern nur geholfen, wenn sie auf dem Schaden nicht sitzen blieben, betonen Kammer-Vizepräsidentin Kathrin Luboldt sowie die Vize-AVNR-Vorsitzende Doris Schönwald. Schließlich erfüllten sie einen staatlichen Auftrag. Nicht wenige fühlten sich von der Politik im Stich gelassen. »Sollte am Ende des Tages tatsächlich zu wenig Geld da sein, sind Staatshilfen aus unserer Sicht deshalb der einzig denkbare Weg.«

Gibt es wirklich schon zinslose KfW-Kredite?

Dass es derzeit schon zinslose Kredite gibt, ist allerdings mehr als unklar. Bei der Sitzung des Gesundheitsausschusses des Bundestages in der vergangenen Woche wurde das Thema angesprochen: Dem Vernehmen nach gab es zwar Zusicherungen seitens der Staatssekretäre des Finanz- sowie des Wirtschaftsministeriums, dass bereits KfW-Kredite existierten, die die Apotheker beantragen könnten. Allerdings soll es damit wohl noch Probleme geben, weil die Darlehen teilweise nur von Unternehmen mit mindestens elf Mitarbeitern beantragt werden können. 

Auch zusätzliche Staatshilfen wurden im Ausschuss diskutiert. Solche Extra-Hilfszahlungen wollte demnach aber zunächst niemand zusagen – zu groß waren offenbar die Bedenken, dass ein solcher Schritt nicht mit EU-Recht vereinbar sein könnte. Schon vor der Sitzung hatte der CDU-Abgeordnete Michael Hennrich gegenüber der PZ erwähnt, dass es dabei solche Probleme geben könnte. Diese Ansicht bestätigten die Staatssekretäre aus den Ministerien offenbar. Hennrich dazu: »Die Frage nach Zuschüssen wurden von Apothekern an uns herangetragen, weil Kredite alleine teilweise nicht helfen. Diese Frage habe ich ans BMF gerichtet. Das Ergebnis ist, dass es wenig Hoffnung gibt, aber immerhin wird es geprüft.«

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