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Niedersachsen

Apotheker überprüfen Impfschutz

Um die Impfquoten im Land zu erhöhen, bieten Niedersachsens Apotheken künftig eine Überprüfung des Impfschutzes an. Bisher waren für den Impf-Check nur Arztpraxen zuständig, wie das Gesundheitsministerium am Mittwoch in Hannover mitteilte. Vergütet bekommen die Apotheker den Service nicht.
dpa
PZ
27.06.2019
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Dass jetzt auch Apotheker den Impfschutz überprüfen, ist Teil der »Impfen. Klar« –Kampagne des niedersächsischen Gesundheitsministeriums, die unter anderem vor dem Hintergrund der vermehrt auftretenden Masernerkrankungen im Land gestartet wurde.

Die Apothekerkammer Niedersachsen hatte ihre Mitglieder aufgerufen, die Kampagne zu unterstützen.  Laut Angaben der Kammer orientieren sich die Apotheker bei ihrem Impfcheck an den Empfehlungen der Ständigen Impfkommission (STIKO) des Robert-Koch Instituts (RKI) und an einem »Lesezeichen«. Letzteres hat das Sozialministerium den Apothekern für ihre vergütungsfreie Beratung zur Verfügung stellt, wie die Kammer auf Anfrage der PZ mitteilt. Zurzeit wird in der Politik diskutiert, ob Apotheker nicht auch selbst Impfen dürfen und dafür dann honoriert werden können. Die Ärztevertreter sprechen sich aber ganz klar gegen Impfungen in Apotheken aus.

Nach Ansicht des Robert Koch Instituts sollten alle nach 1970 geborenen Erwachsenen, die noch nie oder nur einmal in ihrem Leben gegen Masern geimpft worden sind, eine Immunisierung bekommen. Seit Jahresbeginn sind in Niedersachsen 78 Masernfälle registriert worden, im gesamten Vorjahr waren es 18. Im Mai hatte es einen Todesfall durch Masern gegeben.

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