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Impfen in Apotheken

Niedersachsens Ärztekammer-Chefin Wenker dagegen 

Niedersachsens Ärztekammer-Präsidentin Martina Wenker hält nichts davon, Impfungen auch in Apotheken zu ermöglichen. Apotheker hätten Impfen nicht gelernt, Ärzte schon, sagte die Medizinerin der dpa.
dpa
PZ
01.04.2019
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Wenker kandidiert im Mai auch für den Vorsitz der Bundesärztekammer und ist für eine klare Trennung der Aufgaben von Ärzten und Apothekern beim Thema Impfen. Zwar könne man schnell lernen, eine Spritze zu setzen, allerdings könnten nur Ärzte die Impfverantwortung übernehmen. Dies beinhalte unter anderem, aktuelle Erkrankungen festzustellen und Impfreaktionen zu behandeln. »Ich habe auch mit Apothekern darüber gesprochen: Die wollen diese Aufgabe gar nicht übernehmen«, sagte Wenker. Ärztliche Tätigkeiten sollten ausschließlich von Ärzten erbracht werden. »Auch Tattoos dürfen nur von Ärzten entfernt werden.«

Bundesgesundheitsminister Jens Spahn (CDU) hatte bereits im Herbst gesagt, dass er sich Impfungen in Apotheken vorstellen kann. Angesichts der gestiegenen Zahl von Masernfällen ist eine Debatte über eine Impfpflicht entbrannt. Eine generelle Impfpflicht hält die Ärztekammer Niedersachsen laut ihrem Sprecher für »nicht realistisch«. Minister Spahn ist für verpflichtende Masern-Impfungen für Kinder in Kitas und Schulen. »Aus meiner Sicht macht es bei Gemeinschaftseinrichtungen Sinn«, sagte Spahn vergangene Woche.

 

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