Pharmazeutische Zeitung online Avoxa
whatsApp instagram facebook bluesky linkedin xign

Waldbrände in Frankreich
-
Apotheken sollen Masken verteilen

Die Waldbrände in der Nähe von Bordeaux konnten eingedämmt werden. Der französische Apothekerverband hat seine Solidarität mit den Apotheken in den betroffenen Regionen bekundet. Zudem macht er deutlich, wie Apotheken die Bevölkerung bei einer solchen Katastrophe unterstützen können.
AutorKontaktPZ
Datum 03.08.2026  15:45 Uhr

Im Falle einer Evakuierung verlassen viele Patientinnen und Patienten ihre Häuser in Eile und vergessen dabei, ihre Gesundheitsunterlagen mitzunehmen. Das kann besonders für chronisch Kranke problematisch sein. Die französische Krankenversicherung hat deshalb für die von den Bränden in den Regionen Gironde und Landes betroffenen Gebiete Ausnahmeregelungen »zur Abgabe und Abrechnung von Medikamenten für Evakuierte« erstellt. Darauf macht der französische Apothekerverband in einer Pressemitteilung aufmerksam.

Wenn weder Rezept noch Gesundheitskarte vorhanden sind, kann sich die Apotheke demnach an einen Ansprechpartner der Krankenversicherung wenden, um den Versicherungsstatus der Patientin oder des Patienten zu prüfen. Sollte dies nicht möglich sein, dürfen die Medikamente laut Leitlinie abgegeben werden, müssen aber zunächst privat bezahlt werden. Die Versicherten müssen sich anschließend ein neues Rezept einholen und eine Erstattung bei ihrer Krankenkasse beantragen. 

»Erneut demonstrieren Apotheken ihre wesentliche Rolle bei der Sicherstellung der Versorgung, der Unterstützung von Evakuierten und dem Zugang zu wichtigen Behandlungen«, so der französische Apothekerverband (USPO) in einer Pressemitteilung. 

Waldbrände: FFP2-Masken in Apotheken

Zum Schutz von Bevölkerungsgruppen, die Rauch ausgesetzt sind, ist in Frankreich laut der französischen Regionalbehörde für das Gesundheitswesen (Agence Régionale de Santé, ARS) auch die Verteilung von FFP2-Masken vorgesehen. Diese Masken sind insbesondere für Menschen mit chronischen Herz- oder Lungenerkrankungen sowie für gefährdete Personengruppen bestimmt, aber auch für alle anderen, die direkt Rauch oder Luftverschmutzung ausgesetzt sind.

Auch Apotheken sollen die Masken verteilen. Laut USPO ist eine Zuteilung von 1.300 Masken pro Apotheke geplant. Angesichts der vor Ort beobachteten Bedürfnisse hat der Verband beantragt, diese Zuteilung auf 5.000 Masken pro Apotheke zu erhöhen. Falls nötig, soll ein schneller Nachschub möglich sein.

»Apotheken bleiben ein unverzichtbarer erster Ansprechpartner im Umgang mit dieser Krise. Ihre Nähe zur Bevölkerung, ihre Expertise und ihr Engagement sind wichtiger denn je, um den Bedürfnissen der Bewohner gerecht zu werden«, so der Verband.

Die USPO informiert außerdem darüber, dass Unternehmen, die von den Bränden oder den Evakuierungsmaßnahmen betroffen sind, unter bestimmten Voraussetzungen Kurzarbeit beantragen können. Dies gilt auch für Apotheken.

Während in Frankreich und Spanien viele Feuer unter Kontrolle sind, bleibt die Waldbrandlage in Griechenland und der Türkei weiterhin angespannt. Auch in den USA wüten Waldbrände.

THEMEN
Apotheke
Mehr von Avoxa