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Spanien
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Apotheken erhöhen Chancen auf Rauchverzicht deutlich

In Spanien werden öffentliche Apotheken bereits in die Raucherentwöhnung eingebunden. Ein neuer Bericht dazu zeigt jetzt: Die Beratung und Begleitung durch Apotheken verdoppelt bis verdreifacht die Wahrscheinlichkeit, dass die Teilnehmenden mit dem Rauchen aufhören.
AutorKontaktDaniela Hüttemann
Datum 30.06.2026  16:20 Uhr

Vor Kurzem haben das spanische Gesundheitsministerium und der Generalrat der Apotheker einen gemeinsamen Bericht zur Tabakentwöhnung vorgestellt. Die Studie analysiert die aktuelle Situation des Tabakkonsums in Spanien und bewertet die Auswirkungen der Maßnahmen von Fachkräften im Gesundheitswesen sowie der öffentlichen Finanzierungspolitik auf die Raucherentwöhnung. Dabei zeigte sich: Die rund 22.000 öffentlichen Apotheken in Spanien mit ihrer flächendeckenden Struktur können hier eine zentrale Rolle spielen.

Gesundheitsministerin  Mónica García betonte bei der Vorstellung des Berichts, dieser zeige, »dass die pharmazeutische Intervention die Erfolgschancen deutlich verbessert«. Dem Bericht zufolge können die Beratung und Begleitung durch einen Apotheker die Wahrscheinlichkeit, mit dem Rauchen aufzuhören, etwa verdoppeln. Wird diese Unterstützung zusätzlich mit einer medikamentösen Therapie kombiniert, kann sich der Erfolg sogar verdreifachen.

García betonte das Potenzial der öffentlichen Apotheken als Verbündete der öffentlichen Gesundheit im Rahmen einer Strategie, bei der »die professionelle Begleitung« und die institutionelle Zusammenarbeit »funktionieren«. Der Vorsitzende des Generalrats der Apothekerkammern, Jesús Aguilar, erklärte seinerseits laut Pressemitteilung, dass das Engagement dieser Fachkräfte »von entscheidender Bedeutung ist, um die Erkennung von Risikopatienten zu verbessern, die Motivation zu steigern und die Therapietreue zu stärken«.

Zwei von drei Rauchern wollen aufhören

Rauchen verursache in Spanien nach wie vor mehr als 50.000 Todesfälle pro Jahr und direkte Gesundheitskosten in Höhe von 8 Milliarden Euro. 25,8 Prozent der Bevölkerung rauchen täglich: 36,8 Prozent der Bürger im Alter von 15 bis 64 Jahren hätten angegeben, im letzten Jahr geraucht zu haben. Zwei von drei Rauchern erwägen jedoch einen Rauchstopp; 44,1 Prozent unternahmen sogar im letzten Jahr mindestens einen Versuch, aufzuhören.

Die öffentliche Finanzierung bestimmter Medikamente wirke dabei als Impulsgeber für diese Absicht, heißt es im Bericht. Zwischen 472.000 und 494.000 Menschen versuchten im Jahr 2025, mithilfe von durch das nationale Gesundheitssystem finanzierten Therapien wie Bupropion, Vareniclin oder Cytisin mit dem Rauchen aufzuhören, wobei letzteres mit rund 450.000 Anwendern die am häufigsten gewählte Option war.

Der Apothekerverband weist in diesem Zusammenhang auf Lieferengpässe bei diesen Medikamenten hin, was die Zahl der Entwöhnungsversuche verringere, da nicht finanzierte Alternativen den Rückgang nicht ausgleichen können. Umso wichtiger sei eine pharmazeutische Begleitung, die zudem kosteneffizient sei. Apotheker können Rauchende aktiv identifizieren, beraten, geeignete Therapien anbieten und die Therapietreue fördern.

pDL zur Raucherentwöhnung auch für Deutschland vorgesehen

Auch in Deutschland sollen die öffentlichen Apotheken in naher Zukunft stärker in die Raucherentwöhnung eingebunden werden. Das Apothekenversorgung-Weiterentwicklungsgesetz (ApoVWG), das am morgigen Mittwoch in Kraft tritt, sieht Kurzinterventionen zur Tabakentwöhnung als neue, eigenständige pharmazeutische Dienstleistung (pDL) vor. Über den genauen Inhalt und Umfang sowie die Vergütung müssen Apothekerverband und Krankenkassen demnächst verhandeln. Mit einer konkreten Umsetzung ist im nächsten Jahr zu rechnen.

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