Pharmazeutische Zeitung online Avoxa
whatsApp instagram facebook bluesky linkedin xign

Reichinnek und Pellmann
-
Apotheken als Beispiel für fehlende Barrierefreit

Die Linken-Politiker Heidi Reichinnek und Sören Pellmann kritisieren die geplanten Änderungen am Behindertengleichstellungsgesetz. Doch als Beispiel wählen sie ausgerechnet die Apotheken, die in Sachen Barrierefreiheit schon heute strenge Anforderungen erfüllen müssen. 
AutorKontaktLukas Brockfeld
Datum 21.05.2026  08:30 Uhr
Apotheken als Beispiel für fehlende Barrierefreit

In einem Instagram-Video sprechen die beiden Vorsitzenden der Linken-Bundestagsfraktion, Heidi Reichinnek und Sören Pellmann, über das Thema Barrierefreiheit. »Was ist eigentlich teurer? Eine Rampe vor eine Apotheke zu bauen oder eine Assistenz, die nötig ist, weil ein Mensch mit Behinderung die Apotheke selbst nicht erreichen kann«, fragt Reichinnek zu Beginn des Videos. 

Stufen, enge Gänge in Supermärkten und andere Barrieren führten dazu, dass sich viele Menschen mit Behinderung im Alltag nicht oder nur eingeschränkt selbstständig versorgen können. »Und was passiert dann? Pflegedienst, ambulante Hilfe und irgendwann das Pflegeheim. Ein Heimplatz kostet derzeit bis zu 3000 Euro Eigenleistung pro Monat. Wenn die Rente dafür nicht reicht, zahlen wir das als Steuerzahler*innen«, führte Sören Pellmann weiter aus. 

»Barrierefreiheit ist ein Menschenrecht«

Die beiden Linken-Politiker kritisieren die von der Bundesregierung geplanten Änderungen am Behindertengleichstellungsgesetz. Das Gesetz soll eigentlich verbindliche Standards für Barrierefreiheit einführen und beispielsweise Rampen vor Restaurants und Geschäften vorschreiben. Der Entwurf steht aufgrund ungenauer Formulierungen und zahlreichen Ausnahmen aber schon lange in der Kritik. 

»Die Rampe vor der Apotheke spart die Regierung heute. Den Heimplatz für die Pflege, den bezahlen wir aber alle morgen«, sagte Heidi Reichinnek in dem Instagram-Video. »Das ist nicht sparsam, das ist betriebswirtschaftlich der größte Unsinn, den man sich denken kann«, ergänzte Sören Pellmann

Die beiden Politiker beklagen, dass die Bundesregierung die Installation von Rampen und andere Maßnahmen zur Schaffung barrierefreier Räumlichkeiten als unzumutbaren Aufwand für Unternehmen begreife. »Als sei ein Mensch, der in eine Apotheke reinkommen will, eine Belastung«, so Heidi Reichinnek. Es sei »eklig«, über Menschen wie über Posten in einer Tabelle zu sprechen. »Barrierefreiheit ist eine gesamtgesellschaftliche Pflicht. Barrierefreiheit ist ein Menschenrecht«, betonte die Bundestagsabgeordnete. 

THEMEN
Apotheke
Mehr von Avoxa