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Homoöpathie

Apotheke verkauft Globuli aus Covid-19-Impfstoff

Am Freitag war bekannt geworden, dass eine Apotheke aus Koblenz aus Resten von Covid-19-Impfstoffen Globuli hergestellt und ein knappes Dutzend Mal verkauft haben soll. Dieser unwissenschaftlichen und gefährlichen Verkaufsmethode schob die zuständige Apothekenaufsicht nun einen Riegel vor. Der Apothekenleiterin droht nun ein arzneimittel- und berufsordnungsrechtliches Verfahren. 
dpa
PZ
03.05.2021  15:07 Uhr

Impfstoffe gegen Covid-19 sind ein knappes Gut. Gerade auch hinsichtlich der aktuellen Debatte rund um ein mögliches Ende der Grundrechtseinschränkungen für Geimpfte und Genesene wollen viele so schnell wie möglich gegen Covid-19 geimpft werden. Leider kursieren meist im Netz viele Unwahrheiten über die Erkrankung, die Impfung oder auch angebliche Behandlungsoptionen. Diese falschen Informationen sind sehr gefährlich, weil Menschen darauf vertrauen können und sich nach der Einnahme mancher »Mittel« in falscher Sicherheit wähnen. Dass aber homöopathische Mittel, angeblich produziert aus Impfstoff-Resten dafür genutzt werden, um sich eine goldene Nase zu verdienen, ist jedoch eine neue Entwicklung.

Genau diese Idee hatte nun aber eine Apotheke in Koblenz. Laut einer Mitteilung der Deutschen Presse Agentur (dpa) hatte die Schloss-Apotheke in den vergangenen Wochen auf ihrer Internetseite folgende Information veröffentlicht: »Wir haben Pfizer/Biontech Covid-19-Vaccine in potenzierter Form bis D30 als Globuli oder Dilution (zur Ausleitung) vorrätig.« Wissenschaftlich betrachtet geht die Wirksamkeit homöopathischer Mittel aber nicht über den Placebo-Effekt hinaus.

Apothekenleiterin Annette Eichele sagte der dpa, dass sie keineswegs homöopathische Coronavirus-Impfstoffe verkauft habe. Wirksame Vakzine dieser Art gibt es nicht. Laut Eichele wurde nur zusätzlich ein »Minitropfen« des originalen Biontech-Impfstoffs »hochpotenziert« beziehungsweise homöopathisch als Globuli (Kügelchen) aufbereitet. Bereits verabreichte Coronavirus-Impfungen sollten der promovierten Apothekerin zufolge mit diesem ergänzenden Produkt »besser und richtiger wirken, möglichst ohne Nebenwirkungen zu entfalten«. Sie räumte ein: »Aber das ist nicht wissenschaftlich belegt.« Dieses Produkt sei nur einzeln auf Kundenanfrage hergestellt und in den vergangenen Wochen weniger als ein Dutzend Male verkauft worden. Zehn Gramm dieser Globuli kosteten nach Angaben von Eichele rund 15 Euro. Ärzte und Heilpraktiker hätten ihre auf Homöopathie spezialisierte Apotheke nach so einem Produkt gefragt. Laut Landesamt für Soziales, Jugend und Versorgung (LSJV) erklärte Eichele, »dass sie geringe Restmengen nach dem Aufziehen der Impfdosen, die sonst in den Müll geworfen worden wären, aus dem Impfzentrum in Koblenz und aus einem Altenheim mit in die Apotheke genommen habe«.

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