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Dengue
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Anstrich gegen Tigermücken wirkt ein Jahr

Der Anstrich von Wasserbehältern mit einer speziellen Formulierung kann die Anzahl von Dengue-Erkrankungen in der Umgebung senken. Eine Studie in Kolumbien beweist es. Funktionieren würde die ausgesprochen günstige Maßnahme auch gegen die Asiatische Tigermücke, die sich hierzulande ausbreitet.
AutorKontaktSven Siebenand
Datum 20.08.2026  15:30 Uhr

Dengue-Viren werden vor allem durch den Stich der Ägyptischen Tigermücke (Aedes aegypti) auf den Menschen übertragen. Aber auch die Asiatische Tigermücke (Aedes albopictus) kann die Viren übertragen.

Die Universität Freiburg weist in einer Pressemitteilung auf eine im Fachjournal »The Lancet Infectious Diseases« veröffentlichte Arbeit eines Teams um Erstautorin Dr. Rocio Cardenas von der Medizinischen Fakultät der Hochschule hin. Darin geht es, kurz zusammengefasst, um einen innovativen Anti-Mücken-Anstrich, der die Dengue-Raten reduzieren soll – und dies offenbar auch kann.

Anstrich mit zwei Wirkstoffen

Im Rahmen einer Studie wurden in der kolumbianischen Stadt Cúcuta 20 Stadtgebiete mit jeweils rund 1600 bis 2000 Haushalten verglichen. In einem Teil der Stadtgebiete wurden große Wasser-/Waschtanks, die dort wichtige Brutstätten von Aedes aegypti sind, einmalig mit einer speziellen Beschichtung behandelt. Die Beschichtung enthält mit Pyriproxyfen (0,06 Prozent) und α-Cypermethrin (0,7 Prozent) zwei Wirkstoffe. Pyriproxyfen stört die Larven- und Puppenentwicklung, α-Cypermethrin wirkt gegen erwachsene Mücken und deren Eiablage.

Dank Mikroverkapselung konnte erreicht werden, dass die Wirkstoffe nur langsam freigesetzt werden und die Beschichtung über zwölf Monate aktiv bleibt. Toxikologische Untersuchungen hatten zuvor gezeigt, dass Wasser, das in mit dieser Beschichtung behandelten Behältern gelagert wird, für den menschlichen Verzehr unbedenklich bleibt.

Wirkungsvoll und preisgünstig

Ein Jahr nach der Behandlung wurden in den Gebieten mit Beschichtung signifikant weniger Dengue-Erkrankungen (337 Fälle pro 100.000 Einwohner) registriert als in den Kontrollgebieten (529 Fälle pro 100.000 Einwohner). Auch der Anteil der Häuser mit Mückenlarven oder -puppen sank deutlich. Die direkten Kosten waren überschaubar: Sie lagen bei nur rund 2 US-Dollar pro Jahr und Tank.

Auch für Deutschland interessant

Auch für Deutschland sind die Ergebnisse interessant. Denn die eng verwandte und hierzulande zunehmend verbreitete Asiatische Tigermücke nutzt – wie die in Kolumbien untersuchte Aedes aegypti – bevorzugt Wasserbehälter als Brutstätten. Dazu zählen etwa Regentonnen in Gärten und Kleingartenanlagen. Gegen ihre Larven wird unter anderem der biologische Wirkstoff Bti eingesetzt. Dieser muss in Wasserbehältern alle zwei Wochen neu angewendet werden.

»Eine über viele Monate wirksame Beschichtung könnte den Aufwand für Haushalte und Kommunen deutlich verringern«, sagt Projektleiter Professor Dr. Axel Kroeger, Wissenschaftler am Institut für Infektionsprävention und Krankenhaushygiene des Universitätsklinikums Freiburg. Direkt lassen sich die Ergebnisse aber nicht auf Deutschland übertragen. Neben der Mückenart unterscheiden sich auch Klima, Behältertypen und Bekämpfungsprogramme. Trotzdem sagt Kroeger: »Eine Do-it-yourself-Lösung für Europa ist durchaus denkbar, wenn der Farbanstrich einmal zugelassen ist.«

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