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Fortpflanzung bei Insekten
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Knoblauch macht Weibchen lustlos

Knoblauch gehört seit Jahrtausenden zur menschlichen Küche und Medizin. Dass es auch das Paarungsverhalten von Insekten massiv beeinflussen kann, zeigt nun eine Studie von Forschenden der Yale University.
AutorKontaktTheo Dingermann
Datum 02.06.2026  12:00 Uhr
Knoblauch macht Weibchen lustlos

Ein Forscherteam um Dr. Shimaa A. M. Ebrahim von der Yale University in New Haven, USA, hat systematisch pflanzliche Extrakte auf ihre Wirkung auf Insektenverhalten analysiert. Dabei machte es eine Entdeckung: der Geschmack von Knoblauch lässt Insekten, darunter auch so gefährliche Vektoren wie Mücken oder Tsetsefliegen, die Lust am Sex vergehen. Die Resultate der Arbeit sind im Fachjournal »Cell« publiziert.

Die Forschenden testeten Pürees von 43 Obst- und Gemüsesorten in standardisierten Paarungsassays zunächst mit der Fruchtfliege Drosophila melanogaster. Entgegen der ursprünglichen Erwartung, dass bestimmte Fruchtextrakte die Paarung stimulieren könnten, stellte sich heraus, dass nur ein einziger Kandidat die Kopulation vollständig unterband: Knoblauch.

Dieser Effekt war dosisabhängig reproduzierbar und zeigte sich in sechs von sieben weiteren getesteten Drosophila-Arten. Parallel dazu mieden Weibchen aller getesteten Arten Knoblauchsubstrate bei der Eiablage nahezu vollständig.

Diallylsulfid als Wirkstoff, TrpA1 als Sensor

Mithilfe der Gaschromatografie-Massenspektrometrie (GC-MS) identifizierten die Forschenden 68 Verbindungen im Knoblauchextrakt, darunter mehrere Schwefelverbindungen. Von den kommerziell verfügbaren Kandidaten zeigte sich einzig Diallylsulfid (DADS) in einer Konzentration von 0,1 Prozent als wirksam. DADS hemmte sowohl die Kopulation als auch die Eiablage signifikant, während beispielsweise Allylsulfid und Allylmethyldisulfid wirkungslos blieben.

Das Team konnte auch den entsprechenden molekularen Sensor identifizieren: den Ionenkanal TrpA1 (Transient Receptor Potential A1). Nur Tiere, die denen TrpA1 defekt war, zeigten einen vollständigen Verlust der Eiablage-Aversion gegenüber Knoblauch. Bei der Kopulations-Aversion scheinen auch andere Rezeptoren wie »Painless« oder der Geschmacksrezeptor Gr93a partiell beteiligt zu sein. Allerdings ist die Wirkung geschlechtsspezifisch. Nur bei Weibchen ist der TrpA1-Rezeptor bedeutsam, nicht in Männchen, was auf eine Hemmung der weiblichen Empfangsbereitschaft hindeutet.

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