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Cannabis

Anbau von 7200 kg kann starten

Dem Anbau von Cannabis zu medizinischen Zwecken steht hierzulande nun nichts mehr im Wege. Das Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) hat heute die ersten Zuschläge im Vergabeverfahren erteilt.
Jennifer Evans
17.04.2019
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Der Anbau von Cannabis nach betäubungs- und arzneimittelrechtlichen Vorgaben kann jetzt in Deutschland starten. Die ersten Zuschläge im Vergabeverfahren hat laut BfArM die Aurora Produktions für fünf Lose erhalten, die Aphria Deutschland für vier Lose. Beides sind deutsche Tochterunternehmen kanadischer Firmen.

Insgesamt umfasse die Ausschreibung 10.400 Kilogramm Cannabis, verteilt auf vier Jahre mit jeweils 2600 Kilogramm und sei in 13 Lose zu je 200 Kilogramm Jahresmenge aufgeteilt, so die Bundesbehörde. Vier dieser Lose hängen nach BfArM-Angaben allerdings derzeit in der Warteschleife, weil es noch einen Nachprüfungsantrag zu klären gibt. Aber für den Anbau und die Ernte von insgesamt 7200 Kilogramm ist schon jetzt der Weg frei. Die erste Ernte wird für das vierte Quartal 2020 erwartet.

»Die heutige Zuschlagserteilung ist ein wichtiger Schritt für die Versorgung schwer kranker Patienten mit in Deutschland angebautem Cannabis in pharmazeutischer Qualität«, so BfArM-Präsident Professor Karl Broich. Gleichwohl bedauere er, dass wirtschaftliche Interessen eines Bieters dazu führten, dass die Versorgungssituation nicht schon früher hätte verbessert werden können. Im Moment wird Cannabis zu medizinischen Zwecken noch aus dem Ausland importiert. 

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