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Coronapandemie
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AMK-Umfrage zum Rückgang der Meldungen

Seit Beginn der Coronapandemie verzeichnet die Arzneimittelkommission der Deutschen Apotheker (AMK) einen deutlichen und anhaltenden Rückgang von Meldungen aus Apotheken. Die Gründe dafür ermittelte die AMK nun in einer Umfrage.
AutorKontaktAMK
Datum 23.02.2023  07:00 Uhr

Was sich in der Pandemie geändert hat

Der drastische und anhaltende Melderückgang (minus 25 Prozent), den die AMK seit Beginn der Coronapandemie überblickt, wurde durch diese Umfrage bestätigt. Aufgrund der (Mehr-)Belastung, die sich durch die Umstände der Pandemie ergab, bestätigten 17 Prozent der Teilnehmerinnen und Teilnehmer, weniger gemeldet zu haben; weitere 6 Prozent gaben an, dass sich die Patientenkontakte verringerten und so auch weniger Arzneimittelrisiken identifiziert beziehungsweise berichtet wurden.

Demgegenüber gaben nur 3 Prozent an, sogar mehr gemeldet zu haben, da entweder die Patienten von sich aus mehr berichteten oder Patienten vermehrt auf Risiken angesprochen wurden. Das Meldeverhalten der großen Mehrheit (69 Prozent) hat sich hingegen nicht geändert. Dies verweist auf eine robuste Berichtstätigkeit der Apotheken, die trotz des beobachteten pandemiebedingten Melderückgangs anhält und sogar stimuliert werden kann, wenn Patientinnen und Patienten (pro)aktiv auf Risiken angesprochen werden.

Vorschläge zur Vereinfachung des Spontanberichtswesens

Zuletzt bat die AMK um Verbesserungsvorschläge per Freitext; dies nutzten 296 Teilnehmerinnen und Teilnehmer. Knapp 27 Prozent schlugen vor, das Angebot der Online-Meldung weiter auszubauen beziehungsweise zu vernetzen. Gut 17 Prozent wünschten sich eine weitere Vereinfachung des Meldebogens und 12 Prozent eine Anpassung (Vereinfachung) des Follow-ups, das heißt die sich ergebenden Nachfragen zum Sachverhalt seitens der AMK.

Die geäußerten Vorschläge nimmt die AMK sehr ernst und bemüht sich fortlaufend, den artikulierten Wünschen und Anregungen angemessen Rechnung zu tragen. Ziel ist es, den Aufwand der Meldung so gering wie möglich zu halten und gleichzeitig eine ausreichende Berichtsqualität zu erzielen. Dies sind die Grundsätze eines effektiven Spontanberichtswesens als Grundpfeiler einer funktionierenden Pharmakovigilanz. Immerhin betonten auch knapp 9 Prozent, dass das von der AMK etablierte Meldeverfahren bereits in Ordnung sei.

Demgegenüber beklagten weitere 11 Prozent einen immanenten Zeit- und Personalmangel beziehungsweise ein fehlendes Anreizsystem (Vergütung/Incentivierung) für das Melden (knapp 7 Prozent). Letztlich meldeten etwa 8 Prozent konkreten Schulungsbedarf aufgrund von Unsicherheiten bezüglich des Pharmakovigilanzsystems im Allgemeinen beziehungsweise des Spontanberichtswesens im Speziellen an. Die AMK hat daher ein Repetitorium verfasst.

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