| Christina Düll |
| 28.10.2026 12:30 Uhr |
Die Forschenden entdeckten einen zusätzlichen Signalweg, der diesen Effekt erklären könnte. Der Wirkstoff Cinaciguat aktiviert das Enzym sGC, wodurch die Bildung des Botenstoffes cGMP zunimmt. Das verstärkt die Freisetzung des Wachstumsfaktors HB-EGF durch die LSEC, was wiederum benachbarte Leberzellen (Hepatozyten) dazu anregt, mehr LDL-Rezeptoren bereitzustellen. Die Konzentration dieser Oberflächenmoleküle nimmt mit zunehmendem Alter ab.
Die Ergebnisse deuten darauf hin, dass Cinaciguat oder ähnliche Wirkstoffe die Auswirkungen des Alterns in der Leber umkehren und damit die im Alter ansteigenden Blutwerte von Aβ und LDL senken könnten. Dies könnte zur Prophylaxe von Alzheimer und Herzkrankheiten beitragen. »Anstatt zu versuchen, ein Medikament durch die Blut-Hirn-Schranke zu bekommen, was unerträglich schwierig ist, könnten wir die Medikamente zur Leber lenken«, sagt de Leve in einer Mitteilung der Universität. Bei dem Organ gebe es eine größere therapeutische Wirkung und es sei leichter von Wirkstoffen zu erreichen als das Gehirn.
Die Forschenden sehen HB-EGF als ein mögliches therapeutisches Target. Sie hoffen, dass andere Forschungsgruppen, etwa aus dem Gebiet der Atheroskleroseforschung, die Idee aufgreifen und den Ansatz weiter untersuchen.