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Alpha-Variante kein Infektionstreiber bei Kitakindern

Vier Wochen lang im Mai und Juni wurden Kinder und Mitarbeiter in knapp 50 hessischen Kitas regelmäßig auf Corona getestet – alle Proben fielen negativ aus. Das zeigt laut Experten, dass die Alpha-Variante kein Infektionstreiber in Kitas sei. Ein Studie aus Sachsen-Anhalt zeigt zudem, dass Schulen keine Hotspots im Frühjahr waren.
dpa
02.07.2021  12:00 Uhr

Die Ausbreitung der Alpha-Variante des Coronavirus hat nicht zu einem erhöhten Infektionsgeschehen in hessischen Kindergärten geführt. Dies habe die «Safe-Kids-Studie III» vom 17. Mai bis 11. Juni ergeben, sagte Sozialminister Kai Klose (Grüne) am Donnerstag in Wiesbaden.

Obwohl die Inzidenz in dieser Zeit vergleichsweise hoch gewesen sei, seien bei der Studie mit 756 Kita-Kindern und 226 Mitarbeitern keine Corona-Infektionen entdeckt worden, erläuterte die Frankfurter Virologin Professor Dr. Sandra Ciesek. Sie verwies darauf, dass zum Zeitpunkt der Tests in den 46 Kitas rund 80 Prozent der Erzieherinnen und Erzieher mindestens einmal geimpft gewesen seien. Bei der vorangegangenen «Safe-Kids-Studie II» im Januar und Februar seien bei sieben Kindern und einer Mitarbeiterin das Coronavirus festgestellt worden. Welche Rolle Kitas in der Corona-Pandemie spielen, wurde in Hessen erstmals im Sommer 2020 in der «Safe-Kids-Studie I» untersucht.

Die Alpha-Variante habe sich nicht als Infektionstreiber herausgestellt, sagte Klose. Konkrete Aussagen, welche Auswirkungen die Ausbreitung der Delta-Variante auf Kitas hat, ließen sich anhand der «Safe-Kids-Studie III» allerdings nicht treffen. Die Varianten Alpha und Delta sind laut Robert-Koch-Institut ansteckender als die ursprüngliche Variante von SARS-CoV-2. Ob es eine weitere «Safe-Kids-Studie» etwa zur Delta-Variante geben wird, sei noch offen, sagte Ciesek. Derzeit ergebe eine solche Untersuchung keinen Sinn, weil die Infektionszahlen insgesamt zu niedrig seien.

«Lolli-Tests»: Schulen waren keine Corona-Hotspots

Die Schulen haben im Frühling laut einer Studie aus Sachsen-Anhalt keine wesentliche Rolle für die Ausbreitung des Corona-Virus gespielt. Das teilte am Donnerstag die Universitätsmedizin Halle mit, die im März und April in einer vierwöchigen Studie die Schülerinnen und Schüler von 85 Schulen aus dem Burgenlandkreis drei Mal wöchentlich auf Corona getestet hatte.

«Es wurden wenige positive Kinder identifiziert und es gab andererseits keine Hinweise darauf, dass Covid-19-Fälle übersehen worden sind», teilte Studienleiter Professor Dr. Thomas Frese  mit. Auch habe es gemessen an der Anzahl der Tests nur sehr wenige falsch positive Ergebnisse gegeben. «Dies alles belegt, dass die Schulen keine Hotspots für Covid-19-Infektionen sind», so Frese.

Für die Studie führte geschultes Personal insgesamt 180.000 Tests durch. Die Schülerinnen und Schüler nutzten dafür den sogenannten Lolli-Test: «Wurde hierbei ein positives Ergebnis festgestellt, wurde das Kind aus der Schule genommen, bis der Test wie bisher auch mit einem PCR-Test überprüft worden ist.» Vollends habe das Testverfahren, das als angenehmer als die Probennahme aus dem Rachen gilt, aber nicht überzeugt: Das Hochhusten des Sekrets habe manchen Kindern Probleme bereitet. «Die Anwendung des gleichen Tests mit Proben aus dem vorderen Nasenraum wäre hier vielleicht eine bessere Option gewesen», sagte der Studienleiter.

Der Burgenlandkreis hatte die Schulen, unter der Bedingung der engmaschigen Tests, im Frühjahr trotz einer Sieben-Tage-Inzidenz von deutlich über 200 offen gelassen. Hauptziel der Studie sei ein möglichst normaler Schulalltag für möglichst viele Schülerinnen und Schüler gewesen, das sei durch die Studie erreicht worden.

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