Prednisolon stellt in der Kombination die entzündungshemmende Komponente dar. Die ebenfalls enthaltene Salicylsäure dient in der vorliegenden Konzentration in erster Linie als Penetrationsförderer für das Corticosteroid; keratolytische Effekte spielen hier allenfalls eine untergeordnete Rolle. Es sollte daher auch nach möglicherweise weiteren angewendeten Kopfhaut-Topika gefragt werden, da bei gleichzeitiger Anwendung ebenfalls eine Wirkverstärkung möglich ist.
Nicht jede entzündliche Hauterkrankung darf allerdings mit einem Glucocorticoid behandelt werden. Nicht angewendet werden darf die Kombination bei den oben bereits erwähnten Mykosen und bakteriellen Hautinfektionen, bei entzündlichen Impfreaktionen, Windpocken oder spezifischen Hauterkrankungen wie Tuberkulose oder Lues. Sowohl Linola akut als auch Alpicort sind zudem ausschließlich zur Behandlung der Kopfhaut bestimmt. Weder dürfen sie eingenommen werden – sie enthalten 2-Propanol und Propylenglycol – noch dürfen sie auf Schleimhäuten oder im Bereich des Gesichtes angewendet werden, etwa bei perioraler Dermatitis oder Rosazea.
Häufige Grunderkrankungen, die mit entzündlichen Symptomen der Kopfhaut einhergehen können, sind allergische Erkrankungen, aber auch Neurodermitis oder verschiedene Formen der Schuppenflechte wie Psoriasis vulgaris oder Psoriasis capitis. Neben einer symptomatischen Behandlung der akuten Symptome empfiehlt sich hier eine angepasste Basispflege der Kopfhaut.
Milde, gegebenenfalls rückfettende Shampoos, die auf potenziell hautreizende Bestandteile verzichten, können dazu betragen, erneuten Schüben vorzubeugen. Dazu gehören beispielsweise Produkte aus den Serien Linola, Physiogel® oder Kerium®. Patienten sollte außerdem geraten werden, bei der Haarwäsche nur lauwarmes Wasser und – wenn überhaupt – einen Fön mit einer Kaltstufe zu verwenden, um Reizungen der Kopfhaut zu reduzieren.