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Kopfhautentzündungen
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Akutbehandlung und Basispflege

Entzündungen der Kopfhaut können Betroffene erheblich belasten. Seit April steht für die Selbstmedikation eine Corticosteroid-haltige Zubereitung zur Verfügung. Was es in der Beratung zu beachten gilt.
AutorKontaktMaria Pues
Datum 14.07.2026  18:00 Uhr

Gerötete Stellen, Schuppenbildung und/oder Juckreiz auf der Kopfhaut stellen einen häufigen Beratungsanlass in der Apotheke dar. Für die Symptome kommen unterschiedliche Ursachen infrage. Sie reichen von stressbedingten Auslösern, wenn sie etwa mit häufigem Kratzen einhergehen, über allergische Reaktionen oder bakterielle Infektionen und Mykosen bis hin zu chronischen Erkrankungen wie Neurodermitis oder Schuppenflechte, insbesondere Psoriasis vulgaris oder Psoriasis capitis. Letztere nehmen häufig einen schubweisen Verlauf, bei denen sich (relativ) symptomlose Phasen mit beschwerdereicheren abwechseln.

Wie äußern sich die Beschwerden genau? Ist die gesamte Kopfhaut betroffen oder nur bestimmte Bereiche? Wie lange bestehen die Beschwerden bereits und sind sie in der Vergangenheit bereits einmal aufgetreten? Diese Fragen helfen bei der Eingrenzung.

Topikum mit Prednisolon und Salicylsäure

Zur Behandlung gering ausgeprägter entzündlicher Erkrankungen der Kopfhaut, die auf eine äußerliche Behandlung mit schwach wirksamen Corticosteroiden ansprechen, steht seit Mitte April dieses Jahres mit Linola® Akut mit Prednisolon und Salicylsäure eine Glucocorticoid-haltige Kombination zur Anwendung auf der Kopfhaut zur Verfügung, die rezeptfrei an Patienten abgegeben werden kann.

Das Arzneimittel reiht sich ein in die Gruppe Corticosteroid-haltiger Topika, die im Rahmen der Selbstmedikation angewendet werden können. Den Anfang machten vor vielen Jahren halbfeste Zubereitungen mit Hydrocortison (zum Beispiel Ebenol®) zur Anwendung auf der Haut, gefolgt von Nasensprays mit Beclometason (etwa Ratioallerg®), Fluticason (zum Beispiel Otri-Allergie) und Mometason (etwa Vividrin® Mometason).

In seiner Zusammensetzung entspricht die neue Zubereitung dem bekannten verschreibungspflichtigen Alpicort®. In 100 ml Lösung sind jeweils 0,2 mg Prednisolon und 0,4 mg Salicylsäure enthalten. Zu beachten ist dabei, dass die Anwendung im Rahmen einer Selbstmedikation nur bei Erwachsenen erfolgen darf.

Die Lösung wird mit einem Applikator auf die betroffenen Bereiche aufgebracht. Anfangs erfolgt dies einmal täglich, vorzugsweise abends. Gehen die Symptome zurück, reicht eine zwei- bis dreimal wöchentliche Anwendung aus. Im Rahmen der Selbstmedikation sollte die Anwendungsdauer maximal drei Wochen betragen. Ist eine länger dauernde Behandlung erforderlich, sollte diese unter ärztlicher Kontrolle erfolgen. Das gilt auch, wenn Kinder behandelt werden sollen. Das verschreibungspflichtige Alpicort ist für die Behandlung von Kindern ab zwei Jahren zugelassen.

Salicylsäure als Penetrationsförderer

Prednisolon stellt in der Kombination die entzündungshemmende Komponente dar. Die ebenfalls enthaltene Salicylsäure dient in der vorliegenden Konzentration in erster Linie als Penetrationsförderer für das Corticosteroid; keratolytische Effekte spielen hier allenfalls eine untergeordnete Rolle. Es sollte daher auch nach möglicherweise weiteren angewendeten Kopfhaut-Topika gefragt werden, da bei gleichzeitiger Anwendung ebenfalls eine Wirkverstärkung möglich ist.

Nicht jede entzündliche Hauterkrankung darf allerdings mit einem Glucocorticoid behandelt werden. Nicht angewendet werden darf die Kombination bei den oben bereits erwähnten Mykosen und bakteriellen Hautinfektionen, bei entzündlichen Impfreaktionen, Windpocken oder spezifischen Hauterkrankungen wie Tuberkulose oder Lues. Sowohl Linola akut als auch Alpicort sind zudem ausschließlich zur Behandlung der Kopfhaut bestimmt. Weder dürfen sie eingenommen werden – sie enthalten 2-Propanol und Propylenglycol – noch dürfen sie auf Schleimhäuten oder im Bereich des Gesichtes angewendet werden, etwa bei perioraler Dermatitis oder Rosazea.

Basispflege nicht vernachlässigen

Häufige Grunderkrankungen, die mit entzündlichen Symptomen der Kopfhaut einhergehen können, sind allergische Erkrankungen, aber auch Neurodermitis oder verschiedene Formen der Schuppenflechte wie Psoriasis vulgaris oder Psoriasis capitis. Neben einer symptomatischen Behandlung der akuten Symptome empfiehlt sich hier eine angepasste Basispflege der Kopfhaut.

Milde, gegebenenfalls rückfettende Shampoos, die auf potenziell hautreizende Bestandteile verzichten, können dazu betragen, erneuten Schüben vorzubeugen. Dazu gehören beispielsweise Produkte aus den Serien Linola, Physiogel® oder Kerium®. Patienten sollte außerdem geraten werden, bei der Haarwäsche nur lauwarmes Wasser und – wenn überhaupt – einen Fön mit einer Kaltstufe zu verwenden, um Reizungen der Kopfhaut zu reduzieren.

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