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Entzündliche Kopfhaut
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OTC-Mittel mit Prednisolon und Salicylsäure im Handel

Die Firma Dr. Wolff informiert über die Markteinführung des OTC-Medikaments Linola Akut® mit Prednisolon und Salicylsäure. Die Lösung darf bei Erwachsenen zur Behandlung von mild ausgeprägten Entzündungen der Kopfhaut zum Einsatz kommen.
AutorKontaktSven Siebenand
Datum 13.04.2026  13:00 Uhr

Bereits im Herbst vergangenen Jahres wurden Zubereitungen aus Prednisolon und Salicylsäure zur Anwendung auf der Kopfhaut in einer Konzentration von 0,2 Prozent Prednisolon in Kombination mit 0,4 Prozent Salicylsäure und in Packungsgrößen bis zu 50 ml zur Behandlung von gering ausgeprägten entzündlichen Erkrankungen der Kopfhaut bei Erwachsenen und einer maximalen Anwendungsdauer von drei Wochen aus der Verschreibungspflicht entlassen. Nun gibt es ein erstes OTC-Medikament.

Die Kombination aus Prednisolon und Salicylsäure ist seit Jahren bekannt. Das Corticoid wirkt entzündungshemmend und juckreizlindernd. Salicylsäure wirkt in der Dosierung von 0,4 Prozent leicht keratolytisch und soll vor allem als Penetrationsförderer die Aufnahme von Prednisolon in die Haut verbessern.

Die Anwendung von Linola Akut erfolgt anfangs einmal täglich, vorzugsweise abends. Nach Besserung der Symptome ist die Anwendung zwei- bis dreimal pro Woche ausreichend. Die Gesamtanwendungsdauer ist auf drei Wochen begrenzt. Der Applikator wird, mit der Öffnung nach unten, leicht über die zu behandelnden Stellen gezogen.

Bei Sehstörungen zum Augenarzt

Einige Kontraindikationen gilt es zu beachten. Das Arzneimittel darf nicht auf Schleimhäuten, im Mund, im oder am Auge sowie im Genitalbereich beziehungsweise innerlich angewendet werden. Tabu ist es auch bei Windpocken, spezifischen Hauterkrankungen wie Tuberkulose und Lues), bei entzündlichen Impfreaktionen, Mykosen, bakteriellen Hautinfektionen sowie bei perioraler Dermatitis und Rosazea.

Bei der systemischen und topischen Anwendung von Corticosteroiden können Sehstörungen auftreten. Wenn ein Patient mit Symptomen wie verschwommenem Sehen oder anderen Sehstörungen vorstellig wird, sollte eine Überweisung des Patienten an einen Augenarzt zur Bewertung möglicher Ursachen in Erwägung gezogen werden.

Das Arzneimittel sollte während der Schwangerschaft wegen des Gehaltes an Salicylsäure nicht angewendet werden. Ausgenommen hiervon ist eine kleinflächige Anwendung (Fläche kleiner als 5 cm²). Eine Schädigung des Säuglings ist bisher nicht bekannt geworden. Trotzdem sollte die Indikation in der Stillzeit streng gestellt werden und die Anwendung nur nach ärztlicher Rücksprache erfolgen.

Das verschreibungspflichtige Präparat Alpicort® steht weiterhin in der Packungsgröße 100 ml zur Verfügung. Alpicort ist nicht auf den Einsatz bei Erwachsenen beschränkt, sondern darf auch bei Kindern ab zwei Jahren zum Einsatz kommen.

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