Verschiedene Erkrankungen können eine Kopfhautreizung verursachen. Bevor ein Präparat zur Selbstmedikation abgegeben wird, muss daher geklärt werden, ob diese überhaupt möglich ist. / © Getty Images/ozgurcankaya
Gerötete Stellen, Schuppenbildung und/oder Juckreiz auf der Kopfhaut stellen einen häufigen Beratungsanlass in der Apotheke dar. Für die Symptome kommen unterschiedliche Ursachen infrage. Sie reichen von stressbedingten Auslösern, wenn sie etwa mit häufigem Kratzen einhergehen, über allergische Reaktionen oder bakterielle Infektionen und Mykosen bis hin zu chronischen Erkrankungen wie Neurodermitis oder Schuppenflechte, insbesondere Psoriasis vulgaris oder Psoriasis capitis. Letztere nehmen häufig einen schubweisen Verlauf, bei denen sich (relativ) symptomlose Phasen mit beschwerdereicheren abwechseln.
Wie äußern sich die Beschwerden genau? Ist die gesamte Kopfhaut betroffen oder nur bestimmte Bereiche? Wie lange bestehen die Beschwerden bereits und sind sie in der Vergangenheit bereits einmal aufgetreten? Diese Fragen helfen bei der Eingrenzung.
Zur Behandlung gering ausgeprägter entzündlicher Erkrankungen der Kopfhaut, die auf eine äußerliche Behandlung mit schwach wirksamen Corticosteroiden ansprechen, steht seit Mitte April dieses Jahres mit Linola® Akut mit Prednisolon und Salicylsäure eine Glucocorticoid-haltige Kombination zur Anwendung auf der Kopfhaut zur Verfügung, die rezeptfrei an Patienten abgegeben werden kann.
Das Arzneimittel reiht sich ein in die Gruppe Corticosteroid-haltiger Topika, die im Rahmen der Selbstmedikation angewendet werden können. Den Anfang machten vor vielen Jahren halbfeste Zubereitungen mit Hydrocortison (zum Beispiel Ebenol®) zur Anwendung auf der Haut, gefolgt von Nasensprays mit Beclometason (etwa Ratioallerg®), Fluticason (zum Beispiel Otri-Allergie) und Mometason (etwa Vividrin® Mometason).
In seiner Zusammensetzung entspricht die neue Zubereitung dem bekannten verschreibungspflichtigen Alpicort®. In 100 ml Lösung sind jeweils 0,2 mg Prednisolon und 0,4 mg Salicylsäure enthalten. Zu beachten ist dabei, dass die Anwendung im Rahmen einer Selbstmedikation nur bei Erwachsenen erfolgen darf.
Die Lösung wird mit einem Applikator auf die betroffenen Bereiche aufgebracht. Anfangs erfolgt dies einmal täglich, vorzugsweise abends. Gehen die Symptome zurück, reicht eine zwei- bis dreimal wöchentliche Anwendung aus. Im Rahmen der Selbstmedikation sollte die Anwendungsdauer maximal drei Wochen betragen. Ist eine länger dauernde Behandlung erforderlich, sollte diese unter ärztlicher Kontrolle erfolgen. Das gilt auch, wenn Kinder behandelt werden sollen. Das verschreibungspflichtige Alpicort ist für die Behandlung von Kindern ab zwei Jahren zugelassen.