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Migräne
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Akupunktur als Prophylaxe überzeugt nicht in Studien

Akupunktur ist seit Jahrzehnten als Prophylaxe gegen Migräneanfälle im Gespräch. Nun hat das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) im Auftrag des Gemeinsamen Bundesausschuss (G-BA) die Studienlage bewertet – und kaum Hinweise auf einen Nutzen des Einsatzes der feinen Nadeln gefunden.
AutorKontaktJohanna Hauser
Datum 28.05.2026  07:00 Uhr

Zur Therapie sowie zur Prophylaxe der Migräne stehen verschiedene Pharmaka zur Verfügung. Prophylaktisch werden Propranolol und Metoprolol, Flunarizin, Topiramat, Amitriptylin, Botulinumtoxin und off Label Valproinsäure eingesetzt. Nicht medikamentöse Maßnahmen wie eine Verhaltenstherapie oder Entspannungstechniken können ebenfalls zum Zuge kommen. Seit Langem wird zudem über die Akupunktur als mögliche Alternative diskutiert.

Der Abschlussbericht des IQWiG offenbart jedoch, dass es kaum relevante Studien zu diesem Thema gibt. Dies gelte sowohl für Patienten, bei denen eine medikamentöse Therapie nicht oder nicht mehr infrage kommt, als auch für diejenigen, die keine ausreichende Symptomkontrolle erfahren und bei denen eine Zweitlinientherapie erwogen oder durchgeführt wird. Für beide Anwendungsbereiche habe sich kein Nutzen einer manuellen Akupunktur nachweisen lassen, so das IQWiG in einer Pressemitteilung.

Lediglich für den Vergleich von Akupunktur gegen Flunarizin und Topiramat gebe es aussagekräftige Studien. Da beide Pharmaka jedoch nur eingeschränkt verwendet werden, lasse sich hier nur für einen kleinen Kreis ein Vorteil ableiten. Studien zu anderen zugelassenen Prophylaktika fehlten, merkt das IQWiG an.

»Die Akupunktur-Forschung wurde ein Stück weit abgehängt,« deutet Professor Dr. Stefan Sauerland, Leiter des IQWiG-Ressorts Nichtmedikamentöse Verfahren, die Datenlage. »Man hat es versäumt, in Studien zu untersuchen, ob die Akupunktur auch mit anderen und moderneren Varianten der medikamentösen Migräneprophylaxe Schritt halten kann.«

In Deutschland leben etwa 10 bis 15 Prozent der Bevölkerung mit Migräne. Frauen sind etwas mehr als doppelt so häufig betroffen wie Männer. Die neurologische Erkrankung zeichnet sich durch periodisch wiederkehrende starke Kopfschmerzen aus, die oft von weiteren Faktoren begleitet sind. Dazu gehören Übelkeit, Erbrechen, Licht- und Geräuschempfindlichkeit. Ein Teil der Betroffenen erleidet auch neurologische Symptome wie visuelle Störungen oder Taubheit – eine sogenannte Aura.

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