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Ernährung bei Akne

Akne-Patienten könnten Omega-3-Fettsäuren fehlen

Viele Jugendliche leiden unter Akne. Neue Erkenntnisse, wie die Ernährung die Hauterkrankung beeinflussen könnte, haben deutsche Wissenschaftler. Im Fokus: Omega-3-Fettsäuren.
dpa
PZ
11.07.2022  13:00 Uhr
Akne-Patienten könnten Omega-3-Fettsäuren fehlen

Wie deutsche Forschende beim Frühjahrssymposium der Europäischen Akademie für Dermatologie und Venerologie (EADV) berichteten, könnte neben Medikamenten auch die richtige Ernährung bei der Behandlung helfen. Ein Team um Hautärztin Dr. Anne Gürtler von der Ludwig-Maximilians-Universität München (LMU) stellte jetzt einen möglichen Zusammenhang zwischen Akne und einem Mangel an Omega-3-Fettsäuren fest. Diese Fettsäuren finden sich in Nahrungsmitteln wie Hülsenfrüchten, Algen, Nüssen, Samen und Fischen wie Wildlachs und Sardinen.

Die Studienautoren ermittelten die Ernährungsparameter im Blut von 100 Probanden, die unter Akne litten: Bei 94 Prozent von ihnen lag der Spiegel an Omega-3-Fettsäuren unter dem empfohlenen Wert. Mit den niedrigen Werten ging gleichzeitig ein erhöhter IGF-1-Spiegel einher. Dieser Wachstumsfaktor gilt schon seit Längerem als wichtig bei der Entstehung von Akne. Die Forschenden fanden zudem heraus, dass diejenigen, die laut Selbstauskunft regelmäßig Hülsenfrüchte essen und Sonnenblumenöl meiden, höhere Omega-3-Fettsäure-Spiegel hatten.

«Ernährung spielt eine zentrale Rolle bei der Vorbeugung, dem Beginn und dem Verlauf vieler Krankheiten, einschließlich dermatologischer Erkrankungen wie Acne vulgaris», bilanzierte Gürtler laut einer Mitteilung. Akne-Patienten sollten daher auch eine Ernährungsberatung erhalten. Um den Benefit einer Nahrungsergänzung mit Omega-3-Fettsäuren zu ermitteln, müssten aber zunächst die Ausgangswerte untersucht werden, um festzustellen, ob tatsächlich ein Mangel besteht.

Generell bestehe in der Bevölkerung eine Tendenz zu zu niedrigen Omega-3-Fettsäurespiegeln. In ihrer Studie sei aber der Anteil bei Akne-Patienten hervorstechend gewesen. Gürtler schlägt nun entsprechende Interventionsstudien vor.

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