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Makuladegeneration

Aflibercept als Fertigspritze verfügbar

Eine feuchte altersabhängige Makuladegeneration lässt sich mit Arzneistoff-Injektionen in den Augapfel oft aufhalten. Der dafür eingesetzte Wirkstoff Aflibercept steht jetzt auch als Fertigspritze zur Verfügung.
Brigitte M. Gensthaler
09.05.2020  10:00 Uhr

Das Fusionsprotein Aflibercept bindet Proteine aus der Familie der vaskulären endothelialen Wachstumsfaktoren (VEGF) und bremst damit eine überschießende Blutgefäßneubildung. Genau diese pathologische choroidale Neovaskularisation, die zu einer Netzhautverdickung oder einem -ödem und damit zum Verlust der Sehschärfe führen kann, ist typisch für die feuchte altersabhängige Makuladegeneration. Der VEGF-Hemmer Aflibercept kann diesen Prozess aufhalten oder verlangsamen.

Aflibercept (Eylea®)ist für diese Indikation seit 2012 zur intravitrealen Injektion (direkt in den Glaskörper des Auges) zugelassen. Laut Hersteller Bayer steht mittlerweile zusätzlich zur Durchstechflasche auch eine Fertigspritze zur Verfügung. Diese erleichtere den Ablauf der Behandlung, da Arbeitsschritte entfielen, die zum Aufziehen der Injektionslösung notwendig sind.

Therapie-Intervalle individualisieren

Um die medikamentös erzielte Verbesserung des Sehvermögens aufrecht zu erhalten, brauchen die Patienten in regelmäßigen Abständen eine intravitreale Injektion. Um die Belastung für Patienten und Angehörige zu verringern und die Injektionsintervalle zu verlängern, wurde ein proaktives Treat & Extend (T&E)-Konzept entwickelt und in der multizentrischen offenen ALTAIR-Studie überprüft wurde. Bis zum Ende des ersten Studienjahres konnte Bayer zufolge bei fast 60 Prozent der Patienten das Injektionsintervall von geplant acht auf zwölf Wochen oder länger ausgedehnt werden. Maximal erlaubte Intervalle waren 16 Wochen.

Die individualisierte Therapie nach dem T&E-Konzept erfordert eine initiale Behandlung mit drei Injektionen im 4-Wochen-Abstand, gefolgt von einer weiteren Injektion nach acht Wochen bis zur Stabilisierung der Erkrankung. Anschließend werden die Injektionsintervalle sukzessive individuell angepasst.

 

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