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Covid-19-Geberkonferenz

Ärzte ohne Grenzen fordern faire Impfstoff-Verteilung

Keine Zweiklassengesellschaft beim Zugang zu Impfstoffen gegen Covid-19, das fordert die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen anlässlich der Geberkonferenz der EU-Kommission am 27. Juni.
Ev Tebroke
25.06.2020  17:54 Uhr

Mit einem Appell an die Solidarität wendet sich die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen an die Staats- und Regierungschefs aus aller Welt. Sie sollten eindeutig klarstellen und dafür eintreten, dass künftige Impfstoffe gegen SARS-CoV-2 auch tatsächlich allen Menschen weltweit gleichberechtigt zur Verfügung stehen. Es gelte, die Impfstoffe als »globale öffentliche Güter« fair nach Bedarf zu verteilen »und nicht danach, wer die schnellsten Deals abschließen kann und die größte Kaufkraft hat«, mahnt Marco Alves von der Medikamentenkampagne von Ärzte ohne Grenzen (ÄoG) in Deutschland.

Anlass ist die zweite  Covid-19-Geberkonferenz der EU-Kommission am kommenden Samstag. Unter dem Motto: »Global Goal: Unite for Our Future - the Summit« sollen bei dem Treffen Gelder für die Entwicklung und Verteilung eines Impfstoffs gegen Covid-19 zusammenkommen. Bereits Anfang Mai hatte eine Globale Online-Geberkonferenz auf Initiative von EU-Kommissionschefin Ursula von der Leyen7,4 Milliarden Euro für die Suche nach Impfstoffen und Medikamenten gegen das Coronavirus gesammelt.

Zuletzt hatte es Anfang Juni ein Treffen gegeben bei dem mehr als 50 Länder und private Geldgeber der Impfallianz Gavi insgesamt 7,8 Milliarden Euro zur Verbesserung des globalen Impfschutzes zugesagt hatten. Mithilfe des Geldes sollen innerhalb der kommenden fünf Jahre 300 Millionen Kinder gegen Krankheiten wie Polio, Typhus und Masern geimpft werden. 

Diesmal geht es um künftig zur Verfügung stehende Impfstoffe gegen Covid 19 und deren globale Verteilung. »Es darf nicht dazu kommen, dass reiche Länder durch Vorabkaufverpflichtungen mit Firmen privilegierten Zugang zu einem Impfstoff haben und diesen sogar horten«, kritisiert ÄoG. Die Hilfsorganisation befürchtet demnach, dass solche Alleingänge die weltweit zur Verfügung stehenden Mengen an Impfstoffen von vorneherein reduzieren und für ärmere Länder kaum noch etwas übrig bleibt.

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