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Grippeschutzimpfungen in Apotheken

Ärzte meckern, Apotheker machen

Apotheker wollen Ärzte entlasten

Die Apotheker hingegen sind weiterhin engagiert in diesem Bereich, stehen zu ihren Projekten und weisen darauf hin, dass man den Ärzten unter die Arme greifen könne. AVNR-Chef Thomas Preis hatte nach Bekanntgabe der Evaluation daran erinnert, dass der Gesetzgeber mit dem zusätzlichen Impfangebot mehr Menschen dazu bewegen will, sich gegen Grippe impfen zu lassen. »Die wissenschaftlichen Auswertungen des ersten Impfwinters in deutschen Apotheken belegen, dass dies gelungen ist«, so Preis. Er betonte, dass das »hochwertige Impfangebot in den Apotheken« zur Entlastung in den Arztpraxen beitragen könne. Das Modellvorhaben in der Region Nordrhein ist auf zwei Jahre ausgelegt – derzeit werden weitere Schulungen geplant. Der AVNR geht also davon aus, dass die Zahl der verabreichten Impfungen in der kommenden Saison deutlich steigen wird.

Auch Rheinland-Pfalz startet Modellvorhaben

Neu hinzukommen wird dann auch das Bundesland Rheinland-Pfalz. Der Landesapothekerverband Rheinland-Pfalz und die AOK der Region erklärten vor wenigen Tagen, dass interessierte AOK-Versicherte mit Beginn der Grippesaison 2021/2022 eine Grippeschutzimpfung in den teilnehmenden Apotheken erhalten könnten. Auch in Rheinland-Pfalz ist es laut AOK-Mitteilung das erklärte Ziel »die Durchimpfungsrate mittels Schaffung eines zusätzlichen, niedrigschwelligen Versorgungsangebotes zu erhöhen - parallel zu den weiterhin möglichen Impfungen in der Arztpraxis«, heißt es. Ab Oktober werden die teilnehmenden Apotheken der Region auf der Internetseite des Landesapothekerverbandes gelistet.

»Als regionale Gesundheitskasse freuen wir uns, mit einem erweiterten Versorgungsangebot für unseren Versicherten einen echten Mehrwert zu bieten: Unkompliziert, einfach und sicher wird die Impfung durch unsere Gesundheitspartner angeboten«, so AOK-Chefin Martina Niemeyer. Andreas Hott, Vorsitzender des LAV Rheinland-Pfalz, fügte hinzu: »Wir wollen unseren Beitrag dazu leisten, dass mehr Menschen in Rheinland-Pfalz gegen Grippe geimpft werden. Apotheken sind niedrigschwellige Anlaufstellen für Millionen Menschen, die kompetente Gesundheitsberatung vor Ort suchen. Wir wollen ausprobieren, ob und wie das Ziel erreicht werden kann, über teilnehmende Apotheken mehr Menschen zu impfen. Ziel ist es, auch die Menschen zu erreichen, die nicht zum Arzt gehen, um sich impfen zu lassen. Wir fühlen uns ermutigt durch die Landesregierung, die sich im Landtag für ein Modellprojekt auch in Rheinland-Pfalz ausgesprochen hat.«

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