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GKV-Spargesetz
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Adexa warnt vor Verpuffen der Fixumserhöhung 

Die Bundesregierung plant einschneidende Sparmaßnahmen im Gesundheitswesen. Die Apothekengewerkschaft Adexa warnt jetzt, dass die geplante Erhöhung des Kassenabschlags die versprochene Erhöhung des Fixums verpuffen lassen könnte. Außerdem dürfe im Gesetzgebungsprozess das Tempo nicht auf Kosten der Sorgfalt gehen.
AutorKontaktPZ
Datum 20.04.2026  17:10 Uhr

Die Bundesregierung möchte mit dem GKV-Beitragssatzstabilisierungsgesetz die stark steigenden Ausgaben der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) eindämmen. Für die Apotheken ist vor allem die geplante Erhöhung des Kassenabschlags auf 2,07 relevant. Diese wurde bereits von der ABDA kritisiert, die in ihrer Stellungnahme von einer »direkten Absenkung des Apothekenhonorars« sprach. Auch die Bundesvorstände der Apothekengewerkschaft Adexa, Tanja Kratt und Andreas May, üben in einem gemeinsamen Kommentar Kritik an den Sparplänen. 

Die Gewerkschafter erklären, dass viele Apotheken seit Langem auf die versprochene Erhöhung des Fixums auf 9,50 Euro warten. Die neuen Sparpläne seien ein herber Rückschlag. »Eine Erhöhung des Kassenabschlags trifft die Apotheken vor Ort unmittelbar in ihrer wirtschaftlichen Substanz. Jeder zusätzliche Euro Abschlag bedeutet weniger finanziellen Spielraum – für Investitionen, für die Ausbildung und vor allem für die Gehälter der Angestellten«, schreiben die Adexa-Vorstände. Schon jetzt seien die wirtschaftlichen Spielräume für viele Apotheken sehr eng. 

Forderung nach gesetzlicher Personalumlage

Die neuen Sparpläne seien gerade mit Blick auf die ebenfalls geplante Apothekenreform bitter. »Monatelang hat Adexa darauf hingewiesen, dass verbindliche Regelungen zur Personalfinanzierung, zur Absicherung zusätzlicher Verantwortung und zu fairen Arbeitsbedingungen fehlen. Nun soll mit der einen Hand eine Honorarerhöhung gewährt werden, während die andere Hand über den Kassenabschlag wieder zurückholt, was gegeben wurde«, schreiben Kratt und May. Die Fixumserhöhung verpuffe so, bevor sie bei den Beschäftigten ankommt. 

Adexa spricht sich stattdessen für eine gesetzliche Personalumlage von 80 Cent pro abgegebener Rx-Packung aus. So sollen Vor-Ort-Apotheken auskömmliche Gehälter und attraktivere Ausbildungsvergütungen zahlen können. »Wer den Fachkräftemangel in den Apotheken ernst nimmt, darf nicht gleichzeitig die wirtschaftlichen Grundlagen entziehen«, so die Gewerkschaft.

Außerdem sehe man mit Sorge, dass das Gesetz schon am 29. April vom Kabinett beschlossen werden soll. »Zwei Wochen sind keine ausreichende Zeit, um ein Sparpaket dieser Tragweite ernsthaft mit den Betroffenen zu diskutieren. Schnelligkeit ist kein Qualitätsmerkmal, wenn sie auf Kosten der Sorgfalt geht«, schreiben Tanja Kratt und Andreas May. Die Bundesregierung dürfe die Hoffnung auf einen politischen Neustart für die Apotheken nicht leichtfertig verspielen. 

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