Pharmazeutische Zeitung online
Positionspapier der Apotheker

ABDA will einheitliche E-Rezept-Lösung

Staatliche Infrastruktur für den Patienten

Das Handling müsse für den Patienten so gestaltet werden, dass er dem System vertraut, es versteht und einfach anwenden kann. Darin sieht die ABDA die eigentliche Herausforderung für eine erfolgreiche Einführung der elektronischen Verordnung. Dies könne die DAV-Web-App sicherstellen. Die Gewährleistung eines diskriminierungs- und beeinflussungsfreien Zugriffs des Patienten auf sein E-Rezept ist aus Sicht der Apothekerschaft nur als hoheitliche Aufgabe umsetzbar. Die dafür erforderliche Infrastruktur müsse der Staat selbst »oder im Wege der Beleihung eines vertrauenswürdigen Dritten ohne Partikularinteressen zur Verfügung stellen«, so die Forderung. Eine Verbändelösung könne laut ABDA eine solche diskriminierungsfreie Infrastruktur für den Patienten garantieren. Denn sowohl Apotheker- als auch Ärzteschaft genössen aufgrund der mit ihrer Berufsausübung verbundenen Verschwiegenheitspflicht großes Vertrauen. Und ihre Berufsorganisationen repräsentierten zugleich unterschiedslos jeweils alle an der Versorgung beteiligten Heilberufler.

Grundsätzlich sollten die in der analogen Nutzung des Rezepts geltenden Regeln auch im digitalen Prozess erhalten bleiben, so die ABDA. Der Patient solle seine E-Rezepte ohne Beteiligung Dritter einsehen können, sie verwalten, transportieren und gegebenenfalls selbst vernichten können. Auch müsse er in einer Apotheke seiner Wahl eine unverbindliche, anonyme Verfügbarkeitsanfrage stellen können. Zudem dürften dem Versicherten im Vergleich zur analogen Vergangenheit bei der Einlösung keine Nachteile entstehen. Eine Nutzung des E-Rezepts müsse daher auch ohne Smartphone möglich sein, betont die Bundesvereinigung. Zuletzt hatte Gematik-Chef Markus Leyck Dieken den Apothekern zugesichert, für die Übermittlung des E-Rezepts in die Apotheke eine gute Lösung zu finden.

 

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