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Krankenhauszukunftsgesetz

ABDA fordert 5 Euro für Botendienst

Das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) will die Vergütung für den Botendienst entfristen. In den Formulierungshilfen für ein Krankenhauszukunftsgesetz (KHZG) sind dafür derzeit 2,50 Euro geplant. Zu wenig, findet die ABDA und fordert das Doppelte.
Jennifer Evans
17.08.2020  09:58 Uhr

Grundsätzlich begrüßt die ABDA zwar das Vorhaben des Gesetzgebers, die Vergütung des Botendiensts dauerhaft im Fünften Sozialgesetzbuch V (SGB V) zu verankern. »Die Regelung ist eine angemessene und notwendige Honorierung der Leistung der Apotheken bei der Versorgung von Patienten in ihrem lokalen Umfeld, die die Apotheke nicht selber aufsuchen können«, heißt es in ihrer Stellungnahme zu einer Formulierungshilfe des KHZG-Entwurfs.

Das zusätzliche Honorar war im Zuge der Coronavirus-Pandemie in der SARS-CoV-2-Arzneimittelversorgungsverordnung geregelt worden. Allerdings gab es für die Abgabe von Rx-Medikamenten im Botendienst während der Krise bislang 5 Euro pro Lieferort und Tag für die Apotheken. Diese Regelung ist allerdings befristet bis September 2020. Im Zuge des KHZG, in dem es eigentlich um eine bessere Ausstattung der Krankenhäuser geht, sind jetzt nur noch 2,50 Euro vorgesehen.

Vergütung für erstattungsfähige OTC

Der gekürzte Zuschlag ist nach Ansicht der ABDA zu knapp bemessen. Das hatte Friedemann Schmidt bereits vergangene Woche hervorgehoben. Von einer »deutlichen Kostenunterdeckung« ist nun in der Stellungnahme die Rede. »Dies gilt schon für den Fall, dass man einen nicht-pharmazeutischen Botendienstes zu den Bedingungen des Mindestlohns unterstellt. Unter Berücksichtigung von Fahrt- und Lohnnebenkosten liegt die Kostendeckung eines durchschnittlichen nicht-pharmazeutischen Botendienstes mit Mindestlohn bei etwa 4 Euro«, heißt es. Für einen pharmazeutischen Botendienst durch einen pharmazeutisch-technischen Assistenten (PTA) kämen hingegen Kosten von rund 7 Euro zusammen. Im Sinne einer Mischkalkulation fordert die ABDA daher 5 Euro zuzüglich Umsatzsteuer.

Zudem pocht sie darauf, diese Regelung außerdem auf die Versorgung mit nichtverschreibungspflichtigen Arzneimitteln zu erweitern, sofern diese unter die Ausnahmeregelung gemäß § 34 Absatz 1 Satz 4 SGB V fallen und im Rahmen der Gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) erstattungsfähig sind. Außerdem erwartet die Bundesvereinigung eine Klarstellung in puncto Lieferort. Dieser soll nämlich »die individuelle Lieferanschrift im Sinne des § 17 Absatz 2 Satz 2 Apothekenbetriebsordnung« sein. Einen ergänzenden Halbsatz im KHZG hält die Standesvertretung für unerlässlich. Grundsätzlich muss ein Apothekenleiter sicherstellen, dass der Bote dem Empfänger die Arzneimittel in zuverlässiger Weise liefert. Die Lieferung muss daher mit dessen Name und Anschrift versehen sein.

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