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Verhütung: Intrauterine Systeme auch für junge Frauen

 

Nach wie vor ist die Estrogen-Gestagen-Kombinationspille das am häufigsten angewandte Verhütungsmittel in Deutschland. Intrauterine Systeme (IUS), sogenannte Spiralen, kamen bis vor einigen Jahren bei jungen Frauen, die noch keine Kinder geboren haben, selten zum Einsatz. Dies habe sich geändert, da inzwischen kleinere und andere IUS zur Verfügung stehen, schreibt die Frauenärztin Dr. Kathrin Steffen im Titelbeitrag der Pharmazeutischen Zeitung (Pubertät bei Mädchen: Hormone in Aufruhr, PZ 30/2018). Neben Kupferspiralen sind auch Kupferketten oder -bälle sowie hormonhaltige IUS erhältlich.

 

Hormonhaltige Spiralen geben lokal Levonorgestrel ab und schwächen die monatliche Blutung oft deutlich ab. Gerade in den ersten Jahren nach Einsetzen des IUS kann die Blutung ganz ausbleiben, was viele Teenager positiv bewerten. Der verhütende Effekt beruht auf dem fehlenden Aufbau der Gebärmutterschleimhaut, wodurch die Einnistung einer Eizelle verhindert wird. Zudem verdickt sich durch das Gestagen der Schleimpfropf im Gebärmutterhals, was eine Aszension der Spermien verhindert. Der Zyklus wird in der Regel nicht unterdrückt.

 

Unter kupferhaltigen Systemen kann die Blutung genauso stark wie unter natürlichen Bedingungen oder sogar stärker und schmerzhafter sein. Der verhütende Effekt beruht auf einer lokalen Entzündungsreaktion durch Abgabe von Kupfer-Ionen an die Gebärmutterschleimhaut. Unter kupferhaltigen IUS wird eine erhöhte Rate für aufsteigende Entzündungen, zum Beispiel von Muttermund, Gebärmutter, Eileiter und Eierstöcken, beschrieben. Solche Infektionen können unter Umständen die Fruchtbarkeit beeinträchtigen.

 

Die meisten jungen Frauen bevorzugen die «Pille». Diese schützt zwar nicht vor sexuell übertragbaren Erkrankungen, hat aber bei zuverlässiger regelmäßiger Einnahme eine hohe kontrazeptive Sicherheit und günstige Begleiteffekte. So wird der Zyklus reguliert und die Blutung vorhersehbar und planbar. Zudem sind die Blutungen meist schwächer und weniger schmerzhaft. (PZ)

 

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Pubertät bei Mädchen: Hormone in Aufruhr, PZ-Titelbeitrag 30/2018

 

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25.07.2018 l PZ

Foto: Fotolia/Sven Bähren (Symbolbild)