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Darmkrebsmonat: Experten warnen vor Risikofaktor Alkohol

 

Alkohol schadet nicht nur der Leber, sondern auch dem Darm. Darauf weist die Deutsche Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselerkrankungen (DGVS) zum Beginn des Darmkrebsmonats März hin. Auch vergleichsweise moderater Konsum von Alkohol erhöht das Darmkrebsrisiko, so die Fachärzte. Ausschlaggebend sei die Menge, nicht die Art des alkoholischen Getränks. Bier und Wein können demnach genauso einen Schaden im Darm anrichten wie Schnaps oder andere hochprozentige Getränke.

«Der Zusammenhang zwischen hohem Alkoholkonsum und Darmkrebsrisiko ist mittlerweile durch zahlreiche Studien gut belegt», sagt Professor Dr. Christian Trautwein von der Rheinisch-Westfälischen Technischen Hochschule Aachen. Eine Auswertung von 14 prospektiven Kohortenstudien, die 2007 im «International Journal of Cancer» erschien, habe gezeigt, dass bereits der Konsum von 100 Gramm Alkohol pro Woche mit einem 15-prozentigen Anstieg des Darmkrebsrisikos einhergeht. Das entspricht acht bis zehn Gläsern Wein oder Bier pro Woche. «Wer regelmäßig noch mehr Alkohol konsumiert, bei dem nimmt auch das Risiko weiter zu», so Trautwein. Die Metaanalyse zeigte, dass die Gruppe der stärksten Konsumenten im Vergleich zu den Probanden mit dem geringsten Alkoholkonsum ein um rund 50 Prozent erhöhtes Darmkrebsrisiko aufwies.

«Doch auch moderate Trinker tun daher gut daran, pro Woche mindestens drei alkoholfreie Tage einzulegen», empfiehlt die DGVS. Als weitere Prophylaxe-Maßnahmen gegen Darmkrebs rät die Fachgesellschaft zu einer gesunden Ernährung mit mindestens 30 Gramm Ballaststoffen pro Tag und möglichst wenig rotem Fleisch wie Schwein, Rind und Lamm sowie wenig verarbeiteten Fleisch wie Wurstwaren.

Auch eine gesunde Lebensweise schützt aber nicht hundertprozentig vor einer Darmkrebserkrankung. Denn auch genetische und andere Faktoren wie bestimmte Erkrankungen spielen ein Rolle. «Essenziell wichtig ist deshalb, auch die Darmspiegelung zur Früherkennung von Darmkrebs wahrzunehmen», betont Professor Dr. Wolf Schmiegel von der Uniklinik Bochum. Die DGVS empfiehlt die Untersuchung bereits ab 50 vornehmen zu lassen – insbesondere Männern, da sie oft früher als Frauen an Darmkrebs erkranken. Ab dem 55. Lebensjahr gehört die Koloskopie zur Regelleistung der Kassen. (dh)

DOI: 10.1002/ijc.22299

 

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01.03.2018 l PZ

Foto: Fotolia/pathdoc