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Vitamin D: Ärzte warnen vor Überdosierung

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Die Einnahme vermeintlich harmloser Vitamin-D-Präparate kann schädlich sein. Darauf weist anhand von zwei Fallbeispielen die Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft (AkdÄ) in einer aktuellen Drug-Safety-Mail hin. Bei einer 78-jährigen Patientin und einem 60-jährigen Patienten hatte die eigenständige Einnahme von hohen Dosen Vitamin D zu akutem Nierenversagen bei ausgeprägter Hypercalciämie geführt. Die 78-Jährige hatte täglich 10.000 Internationale Einheiten (IE) Vitamin D3 eingenommen, der 60-Jährige 50.000 IE „Vitamin D“ pro Tag. Beide Patienten hatten die Präparate über das Internet bezogen. Hinweise auf Erkrankungen als Ursache der sehr hohen Calcium-Spiegel hätten nicht vorgelegen. Während sich der Zustand der 78-jährigen Patientin unter forcierter Diurese und peroraler Corticoid-Gabe bessert, entwickelte der andere Patient schwere Komplikationen und ist nun dialysepflichtig.

«Wenn höhere Dosierungen von Vitamin D erforderlich sind, sollte dies unter ärztlicher Aufsicht und regelmäßiger Kontrolle des Vitamin-D-Status erfolgen», betont die AkdÄ. Sollte die endogene Produktion nicht ausreichen, genüge  in der Regel eine Substitution von 800 IE pro Tag. Als sichere Obergrenze für die tägliche Einnahme von Vitamin D gelten 4000 IE für Heranwachsende und Erwachsene.

In Deutschland sind Vitamin-D-haltige Präparate ab einer Tagesdosis von mehr als 1000 IE verschreibungspflichtig. «Wegen der genannten Risiken raten wir davon ab, eigenständig hochdosierte Vitamin-D-Präparate einzunehmen», schreibt die AkdÄ. Bei Fragen sollten sich Patienten an ihren Arzt oder Apotheker wenden. (dh)

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01.12.2017 l PZ

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