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Studie: So kocht Deutschland

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In Deutschland stehen Frauen nach wie vor häufiger am Herd als Männer: 61 Prozent der Frauen kochen täglich, bei den Männern sind es 40 Prozent. Dies zeigen Ergebnisse des 13. Ernährungsberichts der Deutschen Gesellschaft für Ernährung (DGE), der auf den Daten der Studie zur Gesundheit Erwachsener in Deutschland (DEGS1) mit fast 7000 Teilnehmern basiert.

 

Der Untersuchung zufolge hat neben dem Geschlecht auch der Familienstand Einfluss auf das Kochverhalten. Etwa 47 Prozent der Single-Frauen kochen täglich, 48 Prozent regelmäßig und 5 Prozent nie. Bei den männlichen Singles sind es etwa 24 Prozent, die täglich kochen, und fast 18 Prozent, die gar nicht kochen. Frauen, die Kinder zu versorgen haben, verbringen mehr Zeit in der Küche: hier kochen 68 Prozent täglich. Vollerwerbstätige kochen seltener als Frauen, die in Teilzeit oder gar nicht arbeiten.

 

Die Studie zeigte auch, dass die Kochhäufigkeit mit dem Alter steigt. Weniger als ein Drittel der Männer unter 30 Jahren kocht täglich, bei den jungen Frauen sind es 40 Prozent. In der Altersgruppe über 65 Jahren stehen hingegen 61 Prozent der Männer und 82 Prozent der Frauen täglich am Herd. Mögliche Gründe hierfür sind, dass die nicht mehr berufstätigen Senioren eine flexiblere Zeiteinteilung haben, aber auch traditionellere Verhaltensweisen.

 

Die Untersuchung zeigt auch, dass selbst zu kochen gesünder ist als nicht zu kochen: Wer sein Essen frisch zubereitet, nimmt mehr Obst und Gemüse auf. Der bewusstere Umgang mit Lebensmitteln bewirkt auch, dass weniger Süßigkeiten, Snacks und gesüßte Getränke konsumiert werden. So haben Frauen, die täglich selbst kochen, zwar einen höheren Gesamtlebensmittelverzehr, nehmen aber 10-mal weniger Snacks und 40 Prozent weniger gesüßte Getränke zu sich als Frauen, die nie kochen.

 

«Kochen bedeutet zwar mehr Aufwand, doch dieser lohnt sich», sagt Dr. Helmut Oberritter, Geschäftsführer der DGE in einer Pressemitteilung. Mit frischen Lebensmitteln und einfachen Rezepten ließe sich rasch eine ausgewogene Mahlzeit zubereiten. Eine Orientierungshilfe für Verbraucher, um entsprechende Kochrezepte erkennen zu können, hat die DGE mit dem Projekt «Geprüfte In-Form-Rezepte» geschaffen. Hierbei prüfen Experten der DGE Rezepte und zeichnen geeignete mit einem Logo aus. (cw)

 

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26.06.2017 l PZ

Foto: Fotolia/goodluz