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Psoriasis: IQWiG bestätigt neuen Medikamenten Zusatznutzen

 

Gleich zwei neuen Antikörpern zur Behandlung der Schuppenflechte (Psoriasis) spricht das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG) einen beträchtlichen Zusatznutzen zu: Ixekizumab und Secukinumab. Grundsätzlich unterschied das Institut bei seiner Bewertung, ob die Patienten bereits systemisch mit Medikamenten oder Phototherapie vorbehandelt waren oder nicht.

Ixekizumab (Taltz®) war bereits Ende 2016 in der EU zugelassen worden, Hersteller Lilly brachte den Interleukin-17A-Antagonisten aber erst im März auf den Markt, um zusätzliche Studienergebnisse für das Dossier zur Nutzenbewertung einreichen zu können. Das hat sich zumindest teilweise gelohnt: Für Patienten, die auf eine vorangegangene systemische Therapie nicht oder nur unzureichend angesprochen hatten, sieht das IQWiG insgesamt im Vergleich zu Ustekinumab einen Hinweis auf einen beträchtlichen Zusatznutzen.

So kam es in einer Interimsanalyse nach 24 Wochen Behandlung in der noch laufenden IXORAS-Studie mit Ixekizumab deutlich häufiger zu Remissionen als unter Ustekinumab. Bei der gesundheitsbezogenen Lebensqualität sieht das IQWiG einen Hinweis auf einen geringen Nutzen. Zwar gebe es auch einen Hinweis auf einen höheren Schaden im Endpunkt Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort, doch dies stellt die positiven Effekte nicht infrage.

Die gelieferten Daten zu Patienten ohne systemische Vorbehandlung wollte das IQWiG nicht auswerten, da der Hersteller in die entsprechende Studie Patienten, die bereits mit Phototherapie behandelt worden waren, eingeschlossen hatte.

Secukinumab (Cosentyx®), der erste verfügbare IL-17A-Inhibitor, hatte bereits 2015 seine erste Nutzenbewertung durchlaufen. Für systemisch vorbehandelte Patienten fand das IQWiG Hinweise auf einen geringen, nicht quantifizierbaren Zusatznutzen. Hersteller Novartis lieferte nun Daten für systemisch nicht vorbehandelte Patienten nach. In der PRIME-Studie hatten die Probanden entweder Secukinumab oder Fumarsäureester erhalten. Gegenüber der Vergleichstherapie zeigte der Antikörper sehr große positive Effekte bei den Remissionen. Dazu gab es Anhaltspunkte für einen Zusatznutzen bei der gesundheitsbezogenen Lebensqualität und auf einen geringeren Schaden bei einigen Nebenwirkungen. Da bei keinem Endpunkt negative Effekte auftraten, sieht das IQWiG insgesamt einen Hinweis auf einen beträchtlichen Zusatznutzen von Secukinumab für Patienten, die sich für eine systemische Therapie eignen.

Trotz der positiven Wertung hat das IQWiG noch Verbesserungsvorschläge: So wurden die Krankheitssymptome in den Studien nur an bestimmten Zeitpunkten analysiert, statt die Symptomlast für jeden Patienten über die gesamte Studiendauer darzustellen. «Dafür gibt es einfache Methoden», erklärt der stellvertretende Institutsleiter Stefan Lange. «So würden auch vorübergehende Schübe und anhaltende Verbesserungen oder Verschlechterungen sichtbar, die für die Patienten im Grunde wichtiger sind als ihr Befinden an einem einzelnen Stichtag.» (dh)

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Wirkstoffprofil in unserer Datenbank Neue Arzneistoffe:

Ixekizumab|Taltz®|51|2017

Secukinumab|Cosentyx®|51|2015

Psoriasis-Therapie: Da geht noch mehr, Meldung vom 14.12.2016

 

02.06.2017 l PZ

Foto: Fotolia/Ольга Тернавская